Handlungsorientierte Medienarbeit: Medienprojekte mit Jugendlichen
Der Grundgedanke der handlungsorientierten Medienarbeit ist einfach: Wie Kommunikation mit und über Medien funktioniert, verstehe ich am nachhaltigsten, in dem ich gemeinsam mit anderen Medienprodukte gestalte. Aus diesem Grund wird handlungsorientierte Medienarbeit häufig als der Königsweg der Medienpädagogik bezeichnet.
Ein Medienproduktionsprozess ist eine reiche Lernerfahrung, die gleichzeitig auf vielen Ebenen wirkt und schafft:
- Orientierung in den Medienwelten: Regeln der medialen Kommunikation verstehen und sie sich durch selbst kommunizieren aneignen
- Reflexionsanlässe: über die Welt, über die Medien und über einen selbst
- Experimentierraum für die Identitätsarbeit
- Teamwork-Erlebnisse – Anlässe für soziales Lernen
Zu kompliziert, zu aufwändig?
Zu wenig Wissen, zu wenig Zeit, eine geringe Verbindlichkeit, die längere Vorhaben schwierig bis unmöglich macht. Und gleichzeitig ist die offene Kinder- und Jugendarbeit (oKJA) der Ort, wo wir dort ansetzen können, was die Jugendlichen wirklich wollen.
Der Merksatz KISS (keep it small and simple) gilt für handlungsorientierte Medienarbeit immer und unter den Rahmenbedingungen der oKJA ganz besonders. Wer sich selbst und die Kinder/Jugendlichen mit einem zu aufwändigen Projekt überfordert, tut niemandem einen Gefallen.
Dasselbe gilt für den Anspruch an das Produkt: Die jungen Produzent*innen selbst müssen mit dem Ergebnis eine Freude haben. Sie bestimmen, welche Außenstehende (wenn überhaupt) es zu sehen bekommen.
Oft unterschätzt: Das Mediengespräch
Gespräche über Medienthemen gehören ganz selbstverständlich zum Jugendarbeit Alltag dazu, und hier können Mitarbeiter*innen der oKJA mehr Wirksamkeit entfalten, als es ihnen selbst oft bewusst ist.
Jugendliche sind dabei, sich anhand von Medienerzählungen zu orientieren und zu verorten, sie suchen (auch) erwachsene Gesprächspartner*innen, provozieren mitunter und wollen die Reaktion sehen oder fragen sehr direkt „Was ist davon zu halten.“
Der Raum als Pädagog*in
Räume der oKJA sind heute häufig mit einer Vielzahl an Mediengeräten ausgestattet: Computer und Spielkonsolen, Beamer zum Filme schauen. Produktionsmöglichkeiten von Videokamera bis Tonstudio. Eine solche Raumgestaltung signalisiert: du kannst hier auf vielen Arten mit Medien aktiv werden – wenn du es möchtest.
Info-Plakate und Broschüren gehören dazu, sie können Gesprächanlässe schaffen oder zum Nachdenken anregen.
„Eckpfeiler von handlungsorientierter Medienarbeit“
Die „Eckpfeiler von handlungsorientierter Medienarbeit“ vom Medienzentrum zeigen die Haltungen, mit denen wir an Medienprojekte herangehen und wie wir gemeinschaftliche Medienproduktionsprozesse gestalten.
