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Heranwachsen mit Medien

Wir Erwachsenen registrieren zunächst häufig (oder ausschließlich) die mit der Mediennutzung verbundenen Probleme und Gefahren. Um Kinder und Jugendliche gut in ihrem Medienalltag zu begleiten, ist es aber wichtig, ihre aktive Rolle als handelnde Subjekte anzuerkennen, und die gesamte Bandbreite ihrer Mediennutzungsmotive zu verstehen.

Entwicklungsaufgaben

Was eine junge Person in punkto Medien besonders interessant findet, spiegelt die Entwicklungsaufgaben wieder, die aktuell im Leben des Kindes/des Jugendlichen anstehen. Das Streben nach Selbstständig-Werdung, die Erweiterung der eigenständigen Handlungsräume macht fiktive und non-fiktive Medienfiguren interessant, die Abenteuer erleben und Neues wagen.

Alltagsbewältigung

Frust abbauen, kurz mal in andere Welten eintauchen, sich in digitalen Spielen als wirksam erleben – Kinder und Jugendliche sind oft sehr kreativ darin, wie sie in Medien Ausgleich für den als stressvoll empfundenen Alltag suchen. 

Identitätsarbeit

Medien liefern Heranwachsenden seit jeher Bausteine für die Identitätsarbeit - Vorbilder, Handlungsoptionen, Rollenmuster. Von inspirierend und bestärkend bis extrem bedenklich. 

Identitätsarbeit ist und war stets ein sozialer Prozess. Heranwachsende brauchen Rückmeldungen zu ihren Identitätsentwürfen – sich gar nicht zu zeigen, ist für sie keine Option. Heute sind digitale Plattformen (Social Media in sehr unterschiedlichem Ausmaß, Messengerdienste für praktisch alle) ein Ort, um Rückmeldungen zu erhalten.

Beziehungen

Im Jugendalter wächst die Bedeutung der Gleichaltrigen. Wenig verwunderlich, dass Jugendliche die Möglichkeiten, die Social Media und Messangerdienste ihnen bieten, mit bedeutsamen Peers ständig in Kontakt zu bleiben, so gerne und intensiv nutzen. 

Durch gemeinsam geteilte Medienerlebnisse entsteht Bindung, Medienvorlieben sind Ausdruck von Zugehörigkeit und Abgrenzung zugleich, von „Ich bin eine*r von euch.“ bis „Das ist gar nicht meins.“. 

Material

Die Handreichung „Heranwachsen mit Medien” als ausführlichere Beschreibung von Mediennutzungsmotiven von Kindern und Jugendlichen.

Mit der Methode „Meine Medienbiographie“ kann man eine Brücke von der eigenen Medienkindheit und -jugend zum Medienerleben der heute Heranwachsenden bauen.

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