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Krisen, Krieg und Flucht

Nachrichten von Kriegen, Anschlägen oder Katastrophen verbreiten sich wahnsinnig schnell in der Öffentlichkeit. Im Fernsehen, in Zeitungen und vor allem auf Social Media wie Instagram oder TikTok ist man in Krisenzeiten ständig mit Leid und Verzweiflung der Menschen vor Ort konfrontiert. Das weckt Emotionen, die uns als Leser*innen überwältigen, stressen und Angst machen können.

Krisen, Krieg und Flucht - Mediennutzung

Krieg und Mediennutzung

  • Achte darauf, woher du deine Informationen beziehst, denn nicht alles im Internet entspricht der Wahrheit. Bei Kriegen oder bewaffneten Konflikten verfolgen die unterschiedlichen Seiten verschiedene Ziele. Besonders Fake News werden dabei auch absichtlich verbreitet, um Menschen zu manipulieren.
  • Teile nur Inhalte von bekannten Nachrichtenportalen, Fernsehsendern und Zeitungen. Denn es ist wichtig zu überprüfen, dass Quellen gewisse Qualitätsstandards haben.
  • Über Soziale Medien wie Instagram, Facebook oder TikTok erlebt man hautnah mit, wie es den Menschen vor Ort geht und ganz oft sind diese Stories sehr persönlich und wühlen nachhaltig auf. Das Problom dabei ist , dass diese jedoch das nicht immer auch glaubwürdig sind. Stell dir am Besten folgende Fragen: Wer berichtet? Von wo? Wieviel Einblick hat die Person? Ist sie direkt betroffen? Außerdem ist es gut zu recherchieren um sicher sein zu können, dass es sich tatsächlich um eine vertrauenswürdige Information handelt.
  • Du kannst die Inhalte auch durch eine umgekehrte Bildsuche auf Google oder auf der Homepage von Mimikama überprüfen. Das kann auch beruhigend sein, denn Inhalte sind häufig sehr professionell und emotional gemacht und lösen zusätzlich starke Gefühle in einem aus - überprüfe unbedingt die Quelle.
  • Wenn du gewalttätige Videos siehst oder Medien, die Hass verbreiten, melde diese am Besten bei der jeweiligen Online-Plattform, damit die Inhalte möglichst schnell gelöscht werden können.
  • Teile keine Bilder oder Videos von toten oder schwer verletzten Menschen, brutalen Handlungen wie Vergewaltigungen oder Hinrichtungen, denn dieses Material kann Menschen in jedem Alter sehr verstören. Oft kriegt man die Bilder nicht mehr aus dem Kopf und sie können große Angst und dadurch auch Schlafprobleme verursachen. 
  • Nimm deine Online-Verantwortung wahr, indem du nur Dinge teilst oder postest, die du überprüft hast. 

Tipps gegen Fake News bei Krisen, Krieg und Flucht

7 Tipps gegen Fake-News

Nimm dir bewusst Auszeiten von News und sozialen Medien, wie zum Beispiel indem du eine Stunde vor dem Schlafen gehen nicht mehr auf dein Handy schaust. Wenn es dir zu viel wird, schau auf dich und meide Fernseher, Zeitungen und das Internet. Versuche dir Zeit für dich zu nehmen und Dinge zu machen, die dir gut tun (wie beispielsweise Sport, Musik hören, Freund*innen oder die Familie treffen). Wir alle brauchen mal Pausen von den Informationen und Bildern, die ständig auf uns einprasseln.

Informationen zu Krisen, Krieg und Flucht

Kriegshandlungen, Erdbeben, Fluchtbewegungen oder andere Ereignisse sind in der Regel überaus komplex und auch für Erwachsene schwer zu durchschauen. Manche Nachrichtenportale bieten Zusammenfassungen an aber oft muss man sich Infos Stück für Stück zusammensuchen und einen Blick auf die jüngere Vergangenheit werfen, um die Situation wirklich erfassen und verstehen zu können. 

Eine Person hält ein Schild auf dem "war" durchgestrichen steht
©canva

Mit Kindern und Jugendlichen über Krisen, Krieg und Flucht sprechen

Kinder und Jugendliche haben viele Fragen. Als erwachsene Bezugsperson hat man vielleicht nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort parat und das ist auch gar nicht notwendig. Je nachdem, wie alt die Kinder sind, kann man zusammen auf die Suche gehen, wie z.B. durch eine gemeinsame Online-Recherche. Was dafür wichtig ist: Ein offenes Ohr für alle Fragen, die Bereitschaft zur Auseinandersetzung und der Mut sich auch unangenehmen Dingen zu stellen.

Generell gilt:

Ab ca. 10 Jahren sind Nachrichten in Zeitung, TV oder online halbwegs verständlich und können in Begleitung von erwachsenen Vertrauenspersonen aufgenommen und somit sinngemäß erfasst werden. Eine altersgerechte Kontextualisierung unterstützt die Verarbeitung des Bild- und Tonmaterials und oft sind Bilder und Videos allerdings massiv verstörend (auch für Erwachsene!). Achten Sie hier auf Ihre Grenzen und die der Kinder und Jugendlichen.

Und: Auf manche Fragen haben auch Erwachsene keine Antwort. Es ist kein Zeichen der Schwäche, sich diesbezüglich im Dialog mit Jugendlichen einzugestehen, dass bewaffnete Konflikte, Kriege und Kriegsverbrechen einen selber sehr traurig und betroffen machen. 

Linktipps für weitere Informationen:

  • Rat auf Draht – die Elternseite
    Hier finden sich Informationen und weiterführenden Links für Lehrpersonal und Angehörige - wenn zusätzliche Unterstützung gebraucht wird, gibt es die Möglichkeit von Online-Videoberatung.
  • Saferinternet
    Auf dieser Homepage gibt es Informationen und weiterführenden Links für Lehrpersonal und Angehörige.
  • Servicestelle Kinder- und Jugendschutz
    Auch hier finden Sie Informationen und weiterführenden Links für Lehrpersonal und Angehörige.

Der Ohnmacht etwas entgegensetzen: Selber aktiv werden

Manchmal fühlt man sich weniger ohnmächtig und allein, wenn man selber aktiv wird.

Möglichkeiten sich zu engagieren und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen gibt es viele. Du kannst beispielweise an Kundgebungen und Demos teilnehmen, Spenden sammeln, dich künstlerisch mit Krieg, Vertreibung, Flucht und Asyl auseinandersetzen oder sonst wie zivilgesellschaftlich gegen Krieg auftreten.

Beratungsstellen

Rat auf Draht

Telefonische, Chat und Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen

Leistungen

  • 24 Stunden Telefonberatung
  • Online Beratung
  • Peer2Peer Beratung
  • kostenlos und vertraulich 

Zielgruppe

Kinder und Jugendliche 

Kontaktdaten 147 Telefonberatung: rund um die Uhr
Chatberatung: Montag bis Freitag, 18:00 - 20:00 Uhr
Peer2Peer Beratung: Mittwochs 18:00 - 20:00 Uhr


Webseite https://www.rataufdraht.at

Telefonseelsorge

österreichweite Organisation, als Erstanlaufstelle für Krisen in jeglicher Lebenssituation

Leistungen

  • Telefonberatung
  • Onlineberatung (Sofortchat und über WhatsApp)

in Krisen und bei Sorgen 

Zielgruppe

alle Personen österreichweit 

Kontaktdaten 142 Notrufnummer - rund um die Uhr, täglich
Chat - täglich von 16.00 – 23.00 Uhr
WhatsApp - täglich von 17:30 und 19:30 Uhr
E-Mail - innerhalb von 48 Stunden
Webseite https://chat.onlineberatung-telefonseelsorge.at/hc/de

Der Onlinechat und die E-Mail Beratung befinden sich auf der Homepage

BÖP-Helpline

Psychologische Hilfe bei Krisen

Leistungen

- kostenlose und anonyme Telefonberatung bei akuten Krisen, Depressionen, Angststörungen,.. 

Zielgruppe

Für alle die psychologische Unterstützung brauchen 

Kontaktdaten 01 504 8000 <p>Mo - Do 9.00 - 13.00</p> E-Mail helpline@psychologiehilft.at Webseite https://www.psychologiehilft.at
WIENXTRA-Jugendinfo Die Infostelle für junge Leute – mitten in der Stadt! Babenbergerstraße 1 / Ecke Burgring, 1010 Wien Mo bis Fr 14:30-18:30 +43 1 909400084100 Chat-Beratung auf Signal: 0699/156 84100 jugendinfowien@wienxtra.at