
Was ist Künstliche Intelligenz und wie funktioniert sie?
Künstliche Intelligenz, kurz KI, ist eine Technologie, mit der Computer Aufgaben lösen können, für die normalerweise menschliches Denken nötig ist. Dazu gehört zum Beispiel Sprache verstehen, Texte schreiben, Bilder erkennen, übersetzen oder Entscheidungen vorbereiten. Wichtig ist: KI hat kein echtes Gehirn und ist kein fühlendes Wesen. Sie denkt nicht selbstständig wie ein Mensch, sondern arbeitet mit Mathematik, Daten und Wahrscheinlichkeiten. Wahrscheinlichkeit beschreibt, wie groß die Chance ist, dass etwas zutrifft oder passiert. KI berechnet also nicht die eine richtige Antwort, sondern schätzt anhand von Daten, welche Antwort am wahrscheinlichsten passt, zum Beispiel welches Wort als nächstes in einem Satz stehen könnte.
Man kann sich KI wie ein Programm vorstellen, das aus sehr vielen Beispielen lernt. Dieses Lernen passiert beim sogenannten Training. Dabei bekommt die KI riesige Mengen an Daten, etwa Texte, Bilder oder Stimmen. Sie sucht darin nach Mustern und Zusammenhängen. Wenn sie zum Beispiel viele tausend Katzenbilder gesehen hat, erkennt sie typische Merkmale wie Ohren, Augenform oder Fellstruktur. Später kann sie ein neues Bild analysieren und berechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass darauf eine Katze zu sehen ist. Die KI „weiß“ also nicht wirklich, was eine Katze ist, sie vergleicht nur Muster und trifft eine Wahrscheinlichkeitsentscheidung.
Viele KI-Systeme funktionieren nach diesem Prinzip, das „Maschinelles Lernen“ genannt wird. Dabei verbessert sich das Programm mit der Zeit, weil es aus neuen Daten weiterlernt. Trotzdem bleibt KI fehleranfällig und das sollte uns immer bewusst sein. Sie kann Dinge falsch einschätzen, Unsinn erzeugen (man nennt das „halluzinieren“) oder Vorurteile aus ihren Trainingsdaten übernehmen. KI versteht Inhalte nicht wie ein Mensch, sondern verarbeitet Informationen rechnerisch. Genau deshalb ist es wichtig zu wissen, wie sie funktioniert, nur so kann man ihre Ergebnisse richtig einordnen und kritisch damit umgehen.
Wo dir KI im Alltag begegnet und was sie kann
Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags, auch wenn wir sie oft gar nicht richtig bemerken. Sie steckt in vielen Apps und Diensten, die wir jeden Tag nutzten. Wenn uns TikTok, YouTube oder Netflix neue Videos vorschlagen, entscheidet im Hintergrund eine KI, was uns interessieren könnte. Sie beobachtet, was wir uns anschauen, liken oder überspringen, und erstellt daraus ein Profil. So bekommen wir mehr von dem, was uns vermutlich fesselt, aber manchmal auch nur noch ähnliche Inhalte. Das kann dazu führen, dass wir weniger andere Meinungen oder neue Themen sehen. Es entsteht dadurch leicht die sogenannte „Bubble“, also eine Blase von Inhalten und Meinungen die unsere ähneln und bestärken. Auch Sprachassistenten, Übersetzungs-Apps, Chatbots, automatische Antworten, Bildfilter oder Gesichtserkennung funktionieren mit KI. Sie machen vieles schneller und bequemer, sammeln dabei aber oft auch Daten über uns. Dabei bleibt unklar was mit den Daten passiert und wo sie landen.
Was die KI nicht kann
KI kann beeindruckende Dinge leisten. Sie kann riesige Datenmengen in Sekunden auswerten, Muster erkennen und Texte, Bilder oder Musik erzeugen. Deshalb wird sie in der Medizin, Forschung, Schule oder im Alltag eingesetzt. KI kann beim Lernen helfen, Texte zusammenfassen oder Ideen liefern. Gleichzeitig hat sie klare Grenzen. KI versteht nicht wirklich, was sie sagt oder tut. Sie hat keine Gefühle, keine eigene Meinung und kein echtes Weltverständnis. Stattdessen berechnet sie Wahrscheinlichkeiten auf Basis von Daten. Darum kann KI Fehler machen, falsche Informationen liefern oder Dinge sehr überzeugend darstellen, die gar nicht stimmen. Besonders kritisch wird es bei Fake News, manipulierten Bildern (Deepfakes) oder Vorurteilen, die aus Trainingsdaten übernommen werden. KI kann auch nicht selbst entscheiden, was fair, richtig oder moralisch ist.
KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber kein Orakel. Sie kann unterstützen, inspirieren und Arbeit erleichtern, doch Verantwortung und kritisches Denken bleiben bei den Menschen. Je besser wir verstehen, wie KI funktioniert, desto besser können wir einschätzen, wann sie hilfreich ist und wann wir lieber genauer hinschauen sollten.
Wie nutzen Jugendliche KI? Eine neue Studie gibt Einblicke.
Eine aktuelle Studie von Saferinternet.at zeigt, dass KI-Chatbots für viele Jugendliche längst zum Alltag gehören. 94 % der 11- bis 17-Jährigen nutzen KI-Chatbots, und 90 % verwenden ChatGPT, das damit klar die beliebteste Anwendung ist. Andere Chatbots wie Gemini (23 %) oder CoPilot von Microsoft (11 %) spielen eine deutlich kleinere Rolle. Rund 24 % nutzen ChatGPT täglich, und über 40 % mehrmals pro Woche. KI ist damit für viele junge Menschen zu einer festen digitalen Begleiterin geworden.
Do’s & Don’ts im Umgang mit KI
KI kann im Alltag und in der Schule sehr hilfreich sein, aber nur, wenn man bewusst damit umgeht. Ein wichtiger Grundsatz ist: KI ist ein Werkzeug, kein Ersatz fürs eigene Denken. Deshalb solltest du keine persönlichen oder sensiblen Daten eingeben, etwa deine Adresse, Passwörter, intime Informationen oder private Probleme. Auch alles, was eine KI schreibt, solltest du nicht automatisch glauben. KI kann überzeugend klingen und trotzdem falsche oder erfundene Informationen liefern. Es ist deshalb wichtig, Angaben immer mit anderen Quellen zu überprüfen. Problematisch wird es auch, wenn KI die Hausaufgaben komplett übernimmt oder Texte einfach kopiert und eingefügt werden. Dabei lernst du weniger selbst, und außerdem kann es in Schule oder Ausbildung schnell zu Problemen wegen Plagiaten kommen.
Die KI ist darauf programmiert uns zu gefallen und eher zustimmende Antworten zu geben. Das verleiht uns im Moment ein gutes Gefühl, aber mal ehrlich: schätzen wir nicht unser Freund*innen so sehr, weil sie uns eben nicht immer Recht geben und uns auch auf unsere Fehler hinweisen? Auch wenn es sich unangenehm anfühlt, gerade Widerspruch und Kritik lässt uns wachsen und aus Fehlern lernen.
Sinnvoll eingesetzt kann KI jedoch eine echte Unterstützung sein. Du kannst sie zum Beispiel für Recherche nutzen, dir schwierige Themen erklären lassen oder dich beim Lernen begleiten lassen. KI kann helfen, Ideen zu sammeln, Texte zu strukturieren oder Feedback zu Entwürfen zu geben. Auch zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch oder Präsentationen kann sie hilfreich sein, etwa indem du typische Fragen übst. Wichtig bleibt dabei immer: Ergebnisse prüfen, Inhalte verstehen und selbst weiterdenken. KI funktioniert am besten, wenn du sie als Unterstützung nutzt, nicht als Abkürzung.
Die besten Apps zum Lernen
Tipp: KI funktioniert beim Lernen am besten, wenn du sie nutzt, um
- dir Dinge erklären zu lassen
- Quizfragen oder Zusammenfassungen zu erstellen
- Feedback auf Texte zu bekommen
Nicht sinnvoll ist es, die KI einfach deine Hausaufgaben schreiben zu lassen. Dann lernst du selbst kaum etwas – und genau das ist ja eigentlich das Ziel.
1. NotebookLM ist ein Beispiel für ein spezielles Lern-Tool. Du kannst eigene Materialien hochladen (z. B. PDFs, Webseiten oder Notizen). Die KI erstellt daraus Zusammenfassungen, Quizfragen, Karteikarten oder sogar Podcasts, mit denen du ein Thema besser wiederholen kannst. notebooklm.google
2. Studley AI erstellt dir Karteikarten, Podcast und schriftliche Prüfungen. Wenn du eine Frage falsch beantwortest, kannst du dir von der KI die richtige Antwort erklären lassen. Auch deine Aufsätze kannst du hier bewerten lassen. www.studley.ai
3. Studysmarter ist die richtige App für dich, wenn du Lernpläne sinnvoll findest. www.studysmarter.de
4. Goodnotes ist eine weitverbreitete Notizen-App. Du kannst Notizen generieren, aber auch eigene Notizen kürzen und überarbeiten. https://web.goodnotes.com/login
KI und ihre versteckten Kosten für Umwelt und Menschen
KI ist nicht nur ein „digitales“ Thema, sondern hat auch eine sehr reale Umweltseite. Laut Greenpeace verbrauchen KI-Rechenzentren viel Strom, Wasser und andere Ressourcen, und der Ausbau kann Klimaziele gefährden. Greenpeace warnt außerdem davor, dass der Wasserverbrauch globaler Datenzentren von 175 Milliarden Litern im Jahr 2023 auf 664 Milliarden Liter bis 2030 steigen könnte und dass durch den Ausbau von Rechenzentren und KI-Kapazitäten bis 2030 bis zu 5 Millionen Tonnen zusätzlicher Elektroschrott entstehen könnten.
Gleichzeitig steckt hinter KI oft menschliche Arbeit, die im Globalen Süden ausgelagert wird. Netzpolitik beschreibt am Beispiel von ChatGPT, dass Arbeiter_innen in Kenia schädliche oder belastende Texte lesen und markieren mussten, um das System zu verbessern, und dafür nur 1,32 bis 2 US-Dollar pro Stunde bekamen. In einer Schicht sollten sie teils bis zu 250 Textpassagen lesen. Das zeigt, dass der bequeme Einsatz von KI nicht nur technische, sondern auch soziale Kosten haben kann, besonders dann, wenn Menschen an weit entfernten Orten unter schlechten Bedingungen die eigentliche „saubere“ Oberfläche der KI mittragen.
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