
Urlaubsvideos, Abenteuer mit Freund*innen dokumentieren oder eine eigene Geschichten erfinden – der Kreativität sind beim Handyfilm keine Grenzen gesetzt.
Wenn eure Kinder schon mal spontan ein paar kleine Videos mit Smartphones gemacht haben und sie dieses Hobby ausbauen wollen, ist der folgende Leitfaden genau das Richtige.
Ich finde, das eignet sich für euch und eure Kinder ab ca. 8 Jahren. Die Kolleg*innen vom WIENXTRA-Cinemagic teilen hier ihre Tipps und Tricks für euren nächsten Handyfilm.
Kolleg*innen vom WIENXTRA-Cinemagic

Vor dem Dreh
Bevor ihr euch überhaupt ans Filmen machen könnt, solltet ihr euch überlegen, was ihr erzählen wollt. Wollt ihr selbst eine Geschichte erfinden oder wollt ihr ein reales Erlebnis dokumentieren und dann zusammenstellen?
Wenn ihr gerne einen Film machen wollt, euch aber keine Geschichte einfällt, haltet euch am besten an eigene Erfahrungen. Ihr könnt zum Beispiel eine Situation nachstellen, die ihr erlebt habt, aber ihr ein anderes Ende geben. Vielleicht helfen euch eure Familie oder Freund*innen bei der Ideensuche.
Sobald ihr euch entschieden habt, geht's ans genaue Planen! Wenn eure Geschichte frei erfunden ist, schreibt sie in ein paar Sätzen auf.
- Wer sind die Figuren? Was soll passieren?
- Wo soll es passieren?
- Wie soll die Geschichte ausgehen?

Weitere Überlegungen
Danach überlegt euch, welche Einstellungsgrößen ihr beim Filmen verwenden möchtet. Wie sollen die einzelnen Videoausschnitte bildlich aussehen? Wer sich da vertiefen möchte findet alle Infos zum Thema Einstellungsgrößen hier:
filmmachen.de
Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt um zu entscheiden, ob ihr alleine arbeiten wollt oder mit mehreren Personen. Einen Überblick über Berufsfelder im Filmbereich gibt es in unserem Artikel Berufe beim Film. Teilt jede Person in ihr Arbeitsfeld ein – je besser die Aufgabenteilung umso unkomplizierter der Ablauf eures Filmprojektes.
Berufe beim Film

Der Dreh
So ein Drehtag kann ganz schön zeitaufwendig sein, aber mit eurer tollen Vorbereitung ist das gar kein Problem. Wichtig ist, dass ihr euch an ein paar grundlegende Regeln zum Filmen haltet, damit ihr gutes Bildmaterial bekommen könnt.
- Stellt Euer Handy auf Flugmodus, damit ihr nicht während des Filmens Anrufe oder Nachrichten bekommt.
- Reinigt eure Handykamera Linsen bevor ihr loslegt.
- Vermeidet beim Filmen Gegenlicht – egal ob künstliches oder natürliches.
- Wichtig ist, dass ihr beim Filmen das Handy still haltet. Verwendet deshalb immer beide Hände oder besorgt euch ein Handystativ.
- Bevor ihr eine Szene aufnehmt, solltet ihr im Bild schauen, ob der Ausschnitt und die Schärfe des Bildes stimmen.
- Geht in eure Handykamera Einstellungen und aktiviert das 3x3 Raster. Achtet dann darauf, dass Personen und Aktionen nicht direkt in der Mitte des Bildausschnittes sind, sondern sich in den Schnittstellen des Rasters befinden – das wirkt natürlicher und schöner.
- Für jede Szene nehmt ihr 5 Perspektiven auf:
- Die Person/en in nah.
- Die Handlung im Detail.
- Ein Bild wo man Handlung und Person/en gemeinsam sehen kann.
- Eine Totale, wo der ganze Ort sichtbar ist.
- Einen Wow-Shot: überlegt euch noch einen besonderen Winkel oder Ausschnitt, der für den Schnitt danach spannend sein könnte.
- Verwendet keinen Handyzoom, da diese oft verpixeln und weniger scharf sind. Benutzt für nähere Aufnahmen eure Beine.
- Bei jeder Aufnahme filmt ihr ein paar Sekunden vor dem Geschehen in der Szene und ein paar Sekunden danach. Das erleichtert euch den Schnitt später ungemein.
- Fokus: Überlegt euch vorher was euch im Bild wichtig ist, damit ihr nicht viel herum experimentieren müsst.
In diesem kostenlosen Handyfilmtutorial findet ihr diese 10 Punkte nochmal schön anschaulich dargestellt.
Denkt beim Filmen bereits an den Videoschnitt danach, denn je genauer ihr jetzt arbeitet, umso einfacher und schneller geht der Schnitt voran. Besser mehr als zu wenig ist hier auch ein gutes Motto, damit ihr eine gute Auswahl habt.

Nach dem Dreh
Damit euer Kurzfilm eine zusammenhängende Geschichte werden kann, müsst ihr die einzelnen Videoausschnitte bearbeiten und zusammenhängen – also schneiden. Der Begriff Videoschnitt kommt aus der analogen Zeit, als Filme auf Negativ-Filmstreifen festgehalten wurden und tatsächlich zerschnitten und wieder zusammengeklebt werden mussten, damit es einen zusammenhängenden Filmstreifen ergab. Heute brauchen wir uns das nicht mehr antun.
Wir laden uns einfach ein kostenloses Filmschnittprogramm aufs Handy oder auf den PC/Laptop und arbeiten digital. Nachdem ihr alle Videodateien zu eurem Projekt in einem Ordner gespeichert habt, geht es an die Sichtung des Materials. Schaut euch genau an, welche Videodateien ihr verwenden wollt und welche ihr nicht braucht.

Den Film schneiden
Die brauchbaren Dateien ladet ihr in euer Schnittprogramm und jetzt beginnt das Aneinanderreihen und Schneiden der einzelnen Videodateien. Dieser Prozess kann ganz schön lange dauern, aber auch viel Spaß machen. Hier findet ihr einen Überblick über Handyschnittprogramme für Android und iOS:
Videobearbeitung am Smartphone
Auch auf YouTube gibt es übersichtliche Erklärvideos zu allen Schnittprogrammen. Oder ihr geht einfach auf Entdeckungsreise und probiert mal alle Funktionen selbst aus.

Den Film vorführen
Es gibt nichts Cooleres, als am Ende einen selbstgemachten Film in eigenen Händen zu halten und ihn euren Lieben zu zeigen. Der beste Ort für eine Filmvorführung ist natürlich ein Kino. Damit ein Film in ein Kino kommen kann, wird er vorher oft auf Filmfestivals gespielt und hier kommt für euch das WIENXTRA Medienzentrum ins Spiel.
Jedes Jahr im Oktober finden die Video & Filmtage – Das Festival des jungen Kurzfilms statt. Dort könnt ihr eure Filme einreichen und mit ein bisschen Glück werden sie dann beim Festival im WIENXTRA Cinemagic vorgeführt.
Video & Filmtage – Das Festival des jungen Kurzfilms
Viel Spaß & gutes Gelingen!
Text: Julia Defrancesco, WIENXTRA-Cinemagic



































































