
Ab wann spricht man von Schlafstörungen?
"Ich habe schlecht geschlafen" ist ein Satz, den Menschen für unterschiedliche Ereignisse verwenden. Es kann bedeuten, dass jemand länger nicht einschlafen konnte, zu früh aufgewacht ist, immer wieder wach wurde oder schlecht geträumt hat.
Aus Aufregung, großer Freude oder Trauer eine oder ein paar Nächte schlecht zu schlafen, kennen viele Menschen und das ist normal. Von einer "Schlafstörung" redet man erst, wenn für längere Zeit nicht ausreichend geschlafen wird und die Situation belastend ist.
Was bedeutet "ausreichend Schlaf"?
Für Jugendliche werden 8-10 Stunden Schlaf empfohlen, als Erwachsener 7-9 Stunden. Je älter du wirst, desto weniger Schlaf benötigt dein Körper.
Allerdings benötigt nicht jeder Menschen gleich viel Schlaf, das heißt es gibt Menschen, die auch mit weniger Schlaf gut auskommen.
Was sind Ursachen für Schlafstörungen?
- Dauerhafter Stress und seelische Belastungen (z.B. Sorgen oder Ängste) können Auslöser für eine Schlafstörung sein.
- Auch äußere Ursachen können Schlafstörungen begünstigen, damit sind z.B. Licht, Lärm, körperliche Überanstrengung, Nachtdienste, Alkohol oder schlafbezogene Atmungsstörungen gemeint.
- Ein Grund für Schlaflosigkeit kann auch das Handy sein. Also wenn man es mit ins Bett nimmt, Handy-Spiele spielt, die ganze Nacht online ist und von neuen Nachrichten geweckt wird.
- Es gibt auch Menschen, die keine ersichtlichen Gründe für ihre Schlafstörung finden können.
Folgen von Schlafstörungen
- Verminderte Konzentrationsfähigkeit
- Erhöhte Unfallgefahr
- Vergesslichkeit
- Reizbarkeit
- Anfälliger für Krankheiten (geschwächtes Immunsystem)
- Anfälliger für psychische Probleme (Depression, Angst, etc.)
- Anfälliger für Herz-Kreislauf-Probleme
Wichtig: Verbessert sich der Schlaf, nehmen auch die körperlichen und psychischen Symptome wieder ab, denn der Körper kann sich erholen.

Tipps für erholsamen Schlaf
- Gehe immer zu ähnlichen Zeiten ins Bett stehe zu ähnlichen Zeiten auf!
- Auf eine passende Schlafumgebung achten, also auf eine bequeme Matratze und Kissen, dass es möglichst dunkel und eher kühl im Zimmer ist und besorge dir Ohrstöpsel und eine Schlafmaske. Was für eine Schlafumgebung passend ist kann aber auch unterschiedlich sein!
- Entwickle eine Zu-Bett-Geh-Routine, die zum Beispiel Beruhigungs-Tee trinken (Kamille, Orangenblüten), Zähne putzen, leise Musik hören und dann schlafen beinhaltet
- Nicht hungrig und nicht voll gegessen ins Bett gehen. Wwischen der letzten Mahlzeit und dem zu Bett gehen sollten etwa 3-4 Stunden liegen.
- Am Abend keinen Sport treiben, denn das regt den Körper an, anstatt ihn müde zu machen.
- Mache Entspannungs-Übungen vor dem Einschlafen. Dazu gibt es auch Apps und Youtube-Videos, die dich durch eine Entspannungs-Übung führen.
- Keine koffeinhaltigen Getränke ab Mittag, wenn du unter Schlafstörungen leidest.
- Das Bett soll nur zum Schlafen da sein, das heißt Hausaufgaben, Telefonate, Lesen, usw. sollten nicht im Bett stattfinden.
- In der Nacht bei Wach-Phasen nicht auf die Uhr (oder aufs Handy) schauen. Wenn du anfängst auszurechnen, wie lange oder kurz du jetzt noch Zeit hast, zu schlafen, stresst dich das zusätzlich und ist auf keinen Fall schlaffördernd.
- Manchen Menschen tut es gut, aufzustehen, wenn sie länger nicht schlafen können. Etwas lesen, Tee trinken, Dinge aufschreiben, die man nicht vergessen will und erst wenn man sich richtig müde fühlt, wieder ins Bett sinken. Andere Menschen macht genau das erst richtig wach und sie bleiben lieber liegen.
- Wenn du dazu neigst, Sorgen und Probleme zu wälzen, lenke dich vor dem Schlafen gehen mit etwas erfreulichem oder beruhigendem ab. Führe keine Streitgespräche vor der Schlafenszeit. Versuche tagsüber Dinge zu klären, die dich in der Nacht plagen.
- Wenn es gar nicht mehr geht, gibt es in Apotheken rezeptfreie, pflanzliche Mittel, die bei manchen Menschen entspannend und schlaffördernd wirken, so z.B. Mittel mit Baldrian, Passionsblume, Hopfen
Wann soll man wegen Schlafstörungen zur*zum Ärzt*in?
Wenn du lange unter Schlafstörungen leidest und deinen Alltag nicht mehr bewältigen kannst, ist es auf jeden Fall wichtig, dir Hilfe zu holen. Suche also das Gespräch mit deiner Hausärztin*deinem Hausarzt. Je nach den Ursachen für die Schlafstörung kann er*sie, dich auch an eine*n Psychotherapeut*in verweisen.
Schlafmittel sollten auf jeden Fall nur auf ärztliche Verschreibung eingenommen werden, da sie abhängig machen und unangenehme Nebenwirkungen haben können!
Beratungsstellen
Rat auf Draht
Telefonische, Chat und Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen
Leistungen
- 24 Stunden Telefonberatung
- Online Beratung
- Peer2Peer Beratung
- kostenlos und vertraulich
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche
Chatberatung: Montag bis Freitag, 18:00 - 20:00 Uhr
Peer2Peer Beratung: Mittwochs 18:00 - 20:00 Uhr
Webseite https://www.rataufdraht.at
BÖP-Helpline
Psychologische Hilfe bei Krisen
Leistungen
- kostenlose und anonyme Telefonberatung bei akuten Krisen, Depressionen, Angststörungen,..
Zielgruppe
Für alle die psychologische Unterstützung brauchen
Ö3 Kummernummer
eine Erstanlaufstelle für Menschen in persönlichen Notlagen
Leistungen
- Einfühlsames, aktives Zuhören
- Klärendes, ermutigendes Gespräch
- Interesse an Problemen und Sorgen
- Hilfe zur Selbsthilfe
- Kontakt zu fachlichen Spezialisten
Zielgruppe
für alle Personen
Sorgenhotline Wien
erste Anlaufstelle bei psychosozialen Belastungen für alle Menschen in Wien
Leistungen
- telefonische Abklärung
- Entlastung
- direkte, schnelle Beratung
Zielgruppe
alle Menschen in Wien
Telefonseelsorge
österreichweite Organisation, als Erstanlaufstelle für Krisen in jeglicher Lebenssituation
Leistungen
- Telefonberatung
- Onlineberatung (Sofortchat und über WhatsApp)
in Krisen und bei Sorgen
Zielgruppe
alle Personen österreichweit
Chat - täglich von 16.00 – 23.00 Uhr
WhatsApp - täglich von 17:30 und 19:30 Uhr
E-Mail - innerhalb von 48 Stunden Webseite https://chat.onlineberatung-telefonseelsorge.at/hc/de
Der Onlinechat und die E-Mail Beratung befinden sich auf der Homepage
Psychotherapeutischer Bereitschaftsdienst
Unterstützung bei der Suche eine*r passende*n Therapeut*in
Leistungen
- Unterstützung bei Psychotherapieplätzen im
- Einzel-
- und Gruppensetting
Zielgruppe
alle Personen in Wien
Das Angebot kostet einmalig 65 Euro - für alle Studierende, die ÖH-Mitglieder sind ist das Angebot kostenlos!


