
Was tun bei einem Drogen-Notfall?
Ruf die Rettung unter Tel. 144,
- wenn die Person bewusstlos ist,
- wenn die Person nicht mehr atmet,
- wenn die Person nicht mehr auf Ansprechen, Zwicken, Schütteln oder andere Reize reagiert bzw. stark weggetreten ist,
- wenn die Person Blut erbricht,
- wenn die Person Dinge tut, die sie selbst gefährden (zum Beispiel, wenn sie aus dem Fenster springen will),
- wenn die Person Dinge tut, die andere gefährden (zum Beispiel, wenn sie ein Messer hat und andere damit bedroht). In diesem Fall ruf zusätzlich die Polizei unter Tel. 133.
- oder wenn du dir nicht sicher bist, was du tun sollst und wie du helfen kannst.
Erste Hilfe ist lebensnotwendig!
Ganz gleich, wie alt du bist: Erste Hilfe im Notfall zu leisten ist eine Pflicht und zwar für alle. Tust du es nicht, kann das unter Umständen gerichtlich strafbar sein.
Auch wenn es um illegale Substanzen geht: In diesem Moment zählt nicht, dass dies mitunter verboten ist.
Wichtig ist jetzt, dass niemand dauerhaft zu Schaden kommt. Für akute Krisen gibt es professionelle Hilfe in Form der Rettungsdienste. Denn Leben retten hat immer Vorrang. Bitte bedenke das und hol immer Hilfe, auch wenn du Angst hast, dass du selber Probleme bekommst.
Erste Hilfe bei Drogen & Medikamenten
- Wenn Schwindel, akute Übelkeit oder negative Gefühle wie Angst oder Panik auftreten, dann hilft es, Säfte mit Vitamin C oder Zuckerwasser anzubieten. Auch Traubenzucker, Orangen, Bananen oder Schokolade können helfen.
- Außerdem ist es oft sinnvoll, Kopf, Nacken und Unterarme mit nassen Tüchern zu kühlen. Wichtig ist dabei, die Person nicht alleine zu lassen und gegebenenfalls Körperkontakt zu halten, wenn die Person das möchte. Das hat mitunter auch eine beruhigende Wirkung.
- Achtung! Kaffee oder Energie-Drinks bringen in der Regel keine Besserung.
- Wenn Angstzustände oder Stressgefühle auftreten, ist es sinnvoll sich in einem ruhigen Raum mit frischer Luft aufzuhalten und dabei vertraute Personen um sich zu haben.
- Bei einem Kollaps – erkennbar daran, dass die Augen nach hinten rollen, Atemnot, kalter Schweiß, Koordinationsstörungen und Übelkeit auftreten – solltest du sofort Erste Hilfe leisten: Sorge rasch für frische Luft und Ruhe. Bringe die betroffene Person in die stabile Seitenlage und kontrolliere regelmäßig Atmung und Puls. Bei Erbrechen ist es wichtig, die Mundhöhle zu säubern, um Erstickungsgefahr zu vermeiden. Halte die Person bei Kälte mit Decken warm, bewahre Ruhe und vermeide Panik. Lasse die betroffene Person auf keinen Fall alleine.
- In Notfällen ruf bitte immer die Rettung (Tel. 144). Die Mitarbeiter*innen der Rettungsdienste stehen unter Schweigepflicht – auch bei Drogen. Deine Gesundheit oder die Gesundheit deiner Freund*innen ist auf jeden Fall wichtiger als die Angst vor rechtlichen Konsequenzen.

Alkohol-Vergiftung
Wie geht erste Hilfe bei Kreislaufproblemen, Übelkeit oder Herzrasen? Helfen kann z.B.:
- die Person beruhigen
- hinlegen (notfalls einfach auf den Boden), Beine hoch lagern (können auch von einer anderen Person gehalten werden)
- bewusstlose und schlafende Personen in die stabile Seitenlage bringen
- eine ruhige Umgebung schaffen
- für Frischluft sorgen
- bei Kälte zudecken, um einer Unterkühlung vorzubeugen
- Wasser anbieten oder Fruchtsäfte, manchmal hilft auch Schokolade, Obst oder Traubenzucker
Du bist unsicher und die Lage ist noch überschaubar: Der Ärztefunkdienst 141 kann dich beraten und hat Schweigepflicht.
Die Person ist bewusstlos oder nicht mehr ansprechbar:
- Bei Bewusstlosigkeit, Atemstörungen, fehlenden Reflexen (zwicken!) ruf sofort die Rettung unter Tel. 144.
- Bei einer Alkoholvergiftung wird die betroffene Person ins Spital gebracht. Dort wird der Kreislauf unterstützt und Flüssigkeit (Infusion) gegeben.
- Für den Krankentransport und Spitalsaufenthalt entstehen oft Kosten, die man unter Umständen selber tragen muss. Das ist allerdings von Fall zu Fall unterschiedlich und kommt auf deine Versicherung an. Die Polizei wird nicht verständigt, bei Fällen von "Komasaufen" manchmal die MAG ELF - Wiener Kinder- und Jugendhilfe (Jugendamt). Wir beraten dich vertraulich, melde dich bei uns!
- Hol jedenfalls immer dann Hilfe, wenn du dir unsicher bist, wie du richtig reagieren sollst.
- Denn es gilt immer: Lass deine betrunkenen Freund*innen nicht alleine.
Beratungsstellen
Rat auf Draht
Telefonische, Chat und Online-Beratung für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen
Leistungen
- 24 Stunden Telefonberatung
- Online Beratung
- Peer2Peer Beratung
- kostenlos und vertraulich
Zielgruppe
Kinder und Jugendliche
Chatberatung: Montag bis Freitag, 18:00 - 20:00 Uhr
Peer2Peer Beratung: Mittwochs 18:00 - 20:00 Uhr
Webseite https://www.rataufdraht.at
Check it!
checkit! ist deine Info- und Beratungsstelle zum Thema Freizeitdrogenkonsum, Wirkungen, Nebenwirkungen, Risiken, Konsumreflektion & Veränderung.
Leistungen
- Telefonische und persönliche Beratung
- Onlineberatung
- Gruppenberatung
- Rechtsberatung
- drug checking
- Substanzinfos
Zielgruppe
für alle Altersgruppen
1060 Wien MO, DO, FR: 13:30 - 18:30
DI: 10:30 - 15:30 014000-53655 Montag, Donnerstag und Freitag von 13:30-18:30
Dienstag von 10:30-15:30 Webseite https://checkit.wien/
anonym, kostenfrei und vertraulich
Anwaltliche Erstberatung in der Jugendinfo
Kostenlose Rechtsberatung in der Jugendinfo
Leistungen
- Kostenlose Rechtsberatung von einer*einem Anwält*in für Jugendliche, junge Erwachsene und Bezugspersonen
- Jeden 1. Dienstag und jeden 3. Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 15:30-18:30 (Di) bzw. 16:00 bis 18.30 Uhr (Do)
- Vor Ort in der Jugendinfo - Babenbergerstr. 1, Ecke Burgring
Zielgruppe
- Jugendliche bis 25
- Jugendarbeiter*innen
- Lehrer*innen
- und andere Bezugspersonen
Dialog - Integrative Suchtberatung
Suchtberatung für Jugendliche, junge Erwachsene und Angehörige
Leistungen
Beratung, Suchtmedizinische Behaldnung und Substitution für Konsumierende
- zu illegale Substanzen
- Alkohol
- und Onlinesucht
Beratung für Angehörige
Beratung, Workshops und Fortbildungen für Organisationen
uvm.
Zielgruppe
Jugendliche, Erwachsene, Angehörige und Multiplikator*innen



