
Was sind Verschwörungstheorien?
Verschwörungstheorien oder auch Verschwörungserzählungen, sind spannende, aber auch beängstigende Geschichten, die vereinfachte und dadurch falsche Erklärungen zum aktuellen Weltgeschehen liefern, wie beispielsweise über Corona, Terroranschläge aber auch ganz allgemeine Erzählungen über die Welt.
Sie besagen, dass eine Elite, also mächtige, reiche Menschen, einen dunklen Plan verfolgen, um Macht zu behalten, Menschen auszubeuten oder sie zu kontrollieren.
Verschwörungstheorien gibt es fast so lange, wie es Menschen gibt.
Warum verbreiten sich Verschwörungstheorien bzw. Verschwörungserzählungen?
Gerade in unsicheren Zeiten verbreiten sich Verschwörungstheorien besonders schnell, denn sie bieten einfache Erklärungen, warum Dinge geschehen. Das gibt manchen Leuten Halt und Sicherheit, außerdem gibt es einen "gemeinsamen Feind", also einen, bzw. eine Gruppe von Schuldigen, gegen die sich die eigene Wut und der Frust richten kann. Unsicherheit, Angst und Unzufriedenheit können also dazu führen, sich verständliche Erklärungen zu wünschen. In Zeiten mit vielen Umbrüchen und Kriegen weltweit, die auch Unsicherheiten mit sich bringen und die für viele Menschen oft schwer zu ertragen sind, bieten Verschwörungstheorien einen Anhaltspunkt.
Wer beginnt, sich mit Verschwörungstheorien zu beschäftigen, fühlt sich am Anfang oft beruhigt ("jetzt ist alles klar"), mit der Zeit jedoch und je tiefer jemand sich damit auseinandersetzt, desto ängstlicher, misstrauischer und wütender wird die Person, denn aus dieser Sicht ist man einerseits umgeben von einer bösen Macht und andererseits von Menschen, die nicht merken, was ihnen angetan wird.
Welche Verschwörungstheorien gibt es ?
Während der Corona-Krise hab es viele Verschwörungstheorien - beispielsweise, dass Bill Gates das Virus aus einem Labor ausgesetzt haben soll, weil er an Pharmakonzernen beteiligt ist und mit Medikamenten und Impfungen dann (noch mehr) Geld verdient. Auch von Zwangsimpfungen war die Rede und zum Teil auch davon, dass den Menschen bei diesen Impfungen heimlich ein Chip implantiert werden soll, um sie gefügig zu machen.
Weitere Verschwörungstheorien erzählen, dass "die Eliten" Kinder gefangen halten und ihr Blut trinken, um unsterblich zu werden. Es gibt Theorien, dass die Welt von Echsenmenschen (also nicht von echten Menschen) regiert wird und solche, dass die Erde keine Kugel sondern eine Scheibe sei.
Auch zur Mondlandung, zu 9/11 oder den Kondensstreifen am Himmel gibt es Verschwörungstheorien.
Warum sind Verschwörungstheorien so gefährlich?
Verschwörungstheorien sind auf mehreren Ebenen gefährlich:
- Für die einzelne Person, weil sie sich vielleicht in den Verschwörungstheorien verliert, alle offiziellen Quellen anzweifelt und sich selbst von Freund*innen oder Familie zurückzieht, wenn diese versuchen zu helfen oder zu informieren.
- Wenn Eltern an Verschwörungstheorien glauben, sind oft auch ihre Kinder und Jugendlichen gefährdet. Das vermittelte Weltbild, dass man überall belogen wird und man staatlichen Institutionen, also auch der Schule, nicht vertrauen kann, wirkt beängstigend. Wenn sich Eltern dann zurückziehen und die Kinder zum Beispiel nicht mehr in die Schule gehen lassen oder sie sich nicht mehr mit anderen treffen dürfen bietet die Kinder- und Jugendhilfe Unterstützung und Hilfe in diesen Situationen.
- Für die Gesellschaft ist es gefährlich, weil oft gegen bestimmte Gruppen gehetzt wird. Sehr oft sind Verschwörungstheorien antisemitisch. Die Vorstellung, dass Juden und Jüdinnen die Welt regieren, ist eine der ältesten Verschwörungstheorien der Menschheitsgeschichte. Hetze und Hass können zu Gewalt gegen Juden und Jüdinnen führen. Zudem sind Diskussionen nicht mehr möglich, wenn keiner Nachricht mehr getraut wird. Das Misstrauen gegenüber der Demokratie, den Medien und der Wissenschaft kann zu mehr Hass, Misstrauen und Gewalt führen.

Wie geht man mit jemandem um, der an Verschwörungstheorien glaubt?
Fachstellen raten, möglichst mit der Person in Kontakt und im Gespräch zu bleiben, denn sonst besteht die Gefahr, dass sie sich noch mehr isoliert und nur noch Kontakte übrig bleiben, die ebenfalls an die Verschwörungstheorie glauben.
Über Inhalte und "Fakten" zu diskutieren sollte man hingegen sein lassen, außer die Person steht noch am Beginn einer Auseinandersetzung, ansonsten wird sie in ihrer Sichtweise eher noch bestärkt.
Entweder, man macht sich also aus, dass über gewisse Themen gar nicht geredet wird oder man versucht, das Thema über eine andere Ebene anzusprechen. Zum Beispiel:
- Wo liest/siehst du diese Dinge und warum schenkst du diesen Quellen mehr Glauben als anderen?
- Wie geht es dir damit?
- Wie hat sich dein Blick auf die Menschen und die Gesellschaft verändert?
- Geht es dir mit diesem Weltbild gut? Und wenn nicht, warum liest du weiter "alternative Medien"?
Beratungsstellen
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Österreichweiter Beratungsangebot zu politischem und religiös begründeten Extremismen, wie Rechtsextremismus, Dschihadismus, Ultranationalismus, Verschwörungstheorien, staatsfeindliche Gruppierungen, fundamentalistische Gruppierungen u.a.
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