
Rollentausch & Doppelleben
Um sich mit der eigenen Identität auseinanderzusetzen, hilft es manchmal, zuerst in eine andere Rolle zu schlüpfen. Ein Klassiker ist Erich Kästners verfilmtes Kinderbuch DAS DOPPELTE LOTTCHEN (6+). Die ruhige Lotte und die aufgeweckte Luise entdecken im Ferienlager, dass sie Zwillinge sind. Sie tauschen die Rollen, um das Leben der anderen kennenzulernen.
Bub Alfie aus dem Kinderfilm ALFIE, DER KLEINE WERWOLF (7+) erlebt eine große Veränderung. Als er an seinem 7. Geburtstag in einer Vollmondnacht zu einem Werwolf wird, beginnt sein Doppelleben. Er stellt sich Fragen zu seiner Identität und seiner Vergangenheit, sagt aber seinen liebenswerten Adoptiveltern Nichts.
Frido aus der Verwechslungskomödie UNHEIMLICH PERFEKTE FREUNDE (8+) entdeckt auf einem Jahrmarkt seinen perfekten Doppelgänger: brav, ordentlich und strebsam. Doch will er dafür wirklich sein eigenes Leben aufgeben?

Philosophische Fragen an das Leben
Im Dokumentarfilm 7 ODER WARUM ICH AUF DER WELT BIN (7+) stellen sich Kinder aus aller Welt diese Frage. Sie erzählen über ihre Identität, was sie bewegt, was sie lieben und worüber sie lachen oder weinen.
Im Familienfilm MEINE WUNDERBAR SELTSAME WOCHE MIT TESS (9+) übt Sam das Alleinsein am Strand. Er ist trübsinnig und sicher, dass er als Jüngster später seine Familie als letzter überleben wird. Doch als er die quirlige Tess kennenlernt, erleben die beiden einen unvergesslichen Sommer.

Äußere Erwartungen und eigene Meinung
Oft sind die Erwartungen der Eltern, Mitschüler*innen oder Lehrer*innen so groß, dass die eigene Meinung keinen Platz hat, sich zu entfalten. Im Disney-Animationsfilm COCO – LEBENDIGER ALS DAS LEBEN (8+) träumt der 12-jährige Miguel davon, Musiker zu sein. Weil Musik schon vor Generationen aus seiner Familie verbannt wurde, muss er zuerst seine Familiengeschichte aufarbeiten, bevor er an seine eigenen Träume überhaupt erst denken kann.
In der frechen Highschool-Komödie THE DUFF (12+) muss sich Bianca erst den Klischees der anderen stellen, um am Ende ihren eigenen Platz in der Klasse zu finden.

Gefühlswelten als Teil der Identität
Wie fühle ich mich in meinem Körper? Von welchem Geschlecht fühle ich mich angezogen? Mit Kindern über das sensible Thema Gender zu sprechen kann mit Filmen leichter sein. Im Film TOMBOY (10+) nutzt Laure den Umzug für eine neue Identität. Sie stellt sich bei den anderen Kindern als Michael vor und spielt von da an einen Buben.
Ist man sich seiner selbst dann irgendwann sicher, heißt es, Freunde und Familie zu informieren. Wie schwer ein Coming-out sein kann, erzählt die gelungene Jugendbuch-Verfilmung LOVE, SIMON (13+) mit viel Einfühlungsvermögen und Humor. Teenager Simon führt ein glückliches Leben, allerdings mit einem Geheimnis: Er steht auf Männer. Der Film macht Mut, Homosexualität offen zu leben.
Schönes Filmvergnügen!
Gastbeitrag von Annelies: Sie ist Mitarbeiterin im WIENXTRA-Cinemagic, geht sehr gerne (nicht nur berufsmäßig) ins Kino, liebt es in filmische Welten einzutauchen und ist für die altersgerechte Filmauswahl zuständig. Wenn sie nicht gerade am Filme sichten ist, geht sie gerne in den Bergen wandern oder kocht für Freund*innen.

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