WIENXTRA Kinderinfo
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Warum man einmal ein Bilderbuch zum Thema Tod lesen sollte

Letztens hatte ich wieder eine Anfrage, ob ich ein Bilderbuch zum Thema Tod empfehlen kann. Meist sucht man danach, wenn etwas passiert ist und ein Kind unfreiwillig mit dem Thema Tod konfrontiert wurde. Schade eigentlich, denn es gibt so gute Bilderbücher, die auch präventiv Sinn machen.

Bunte gebastelte Catrina, die an einem Faden in einem türkisen raum hängt
© Brigitte Vogt

Sich gedanklich in sicherer Atmosphäre einem Thema zu nähern ist Probehandeln im Kopf. Gerade beim Thema Sterben und Tod ist das sinnvoll, weil man dabei schwierige Themen erstmal ohne persönliche Betroffenheit besprechen kann. 

Von dieser Form der Annäherung profitiert man dann auch im Ernstfall – und zwar beide Seiten, Eltern und Kinder, groß und klein. Es ist ein bisschen so wie mit dem Erste Hilfe Kurs: Auch wenn es im Anlassfall anders ist, so fallen einem dann doch z.B. hilfreiche Redewendungen, Sätze und Rituale aus den Kinderbüchern ein.

Ganz abgesehen davon, dass ihr viel über die Weltsicht eures Kindes erfahrt, wenn ihr gemeinsam lest. Also nutzt doch Allerheiligen und schaut, was eure Bücherei zum Thema Tod zu bieten hat.
Büchereien 

Türkise Wand auf der mit großen Buchstaben Stern-Schnuppe
© Brigitte Vogt

MEINE PERSÖNLICHEN BILDERBUCH-LIEBLINGE SIND

DER TOD AUF DEM APFELBAUM VON KATHRIN SCHÄRER, ATLANTIS VERLAG

Das Buch handelt von einem Fuchs, der dem Zauberwiesel begegnet. Statt es zu fressen, hat der alte Fuchs einen Wunsch frei. Dadurch gelingt es ihm, seinen Tod zu überlisten. Aber damit geht es ihm weniger gut als erwartet. Er wird nämlich alt und verliert alles, was ihm Freude gemacht hat. Schlussendlich befreit er seinen Tod, sie umarmen sich und ziehen zusammen davon. Ein wunderschönes Buch, herrliche Bilder und viel Stoff, um mit Kindern über den Tod allgemein zu reden.

MARIE UND DIE DINGE DES LEBENS VON TINE MORTIER UND KAATJE VERMEIRE, VERLAG BOHEM PRESS

Das Bilderbuch handelt von einem Mädchen und dessen Großeltern. Besonders mit ihrer Oma hat sie viel Spaß bis diese eines Tages einen Schlaganfall hat. Damit hat das Mädchen sehr zu kämpfen, doch sie finden wieder zueinander und als ihr Großvater stirbt, kann Marie ihrer Großmutter sogar helfen, sich zu verabschieden.

Schön an dem Buch ist, dass es aus der Sicht des Kindes geschrieben ist und sehr nachvollziehbar dessen Unglauben, Trotz und Wut darstellt, aber auch Schritte, wie Annäherung zwischen Kind und Großmutter auch mit Gebrechen wieder möglich ist.

ANNAS HIMMEL VON STIAN HOLE, HANSER VERLAG

Das Buch handelt von einem Mädchen dessen Mutter an Krebs gestorben ist. Sie und ihr Vater sollten zur Beerdigung gehen, aber Anne hat es nicht eilig. Stattdessen reden Vater und Tochter und Anne nimmt ihn mit in ihren Himmel und stellt Fragen wie „War Gott früher netter?“
Für jene, die mit ihren Kindern über Gott reden, ein gutes Buch, um schwierige Fragen anzuschneiden. Sympathisch finde ich, dass es einen Vater zeigt, der nicht alles weiß und den man weinen sieht.

ENTE, TOD UND TULPE VON WOLF ERLBRUCH, KUNSTMANN VERLAG

Das Bilderbuch handelt von einer Ente, die eines Tages den Tod neben sich bemerkt. Erst skeptisch, freunden sie sich mit der Zeit doch an. Als die Ente am Schluss stirbt, hat sie noch einiges mit dem Tod erlebt, sodass der fast traurig ist.
Ein wunderschönes Buch mit herrlichen Bildern, bei dem man zwischendurch auch lachen kann.

DIE BESTEN BEERDIGUNGEN DER WELT, ULF NILSSON UND  EVA ERIKSSON, VERLAG BELTZ & GELBERG

Hier wird der Tod spielerisch von Kindern aufgegriffen. So werden tote Tiere gesucht und dann Beerdigung mit fixen Rollen zelebriert. Dass spielerisch versucht wird, Themen aus dem eigenen Leben zu verarbeiten, ist durchaus stimmig. Mein absoluter Lieblingssatz ist „… und dann spielten sie etwas ganz anderes“, weil es zeigt, dass kindliche Trauer anders, punktueller ist.

OPA, ICH KANN HUMMELN ZÄHMEN, MONIKA FETH UND CLAUDIA BURMEISTER, CBJ VERLAG

Opa ist gestorben und der Ich-Erzähler teilt seine Fragen mit uns. Warum ist Opa nirgends zu finden, wenn er schläft? Was ist, wenn Opa auf einer Wolke im Himmel ist und der Wind alle Wolken weggeblasen hat? und bekommt er denn in meinem Herzen genug Luft? Hier werden Fragen von Kindern wiedergegeben, die nicht nur klug sondern auch sehr naheliegend sind und es wird aufgezeigt, dass neben Tränen auch in der Identifikation ein Weg aus der Trauer liegen kann.

DIE BRÜDER LÖWENHERZ  ASTRID LINDGREN, OETINGER VERLAG

Dieses Buch ist zwar kein Bilderbuch darf hier aber trotzdem nicht fehlen, da es ein wirklich schönes, toll geschriebenes Buch ist, das man wunderbar als Familie gemeinsam lesen kann. Empfohlen wird es für Kinder ab 9 Jahren.
 

MEHR ZUM THEMA

Habt ihr noch einen Buchtipp, der hier gut dazu passen würde? Dann schreibt uns doch ein Mail: kinderinfo@wienxtra.at.

Text: BriG