
Durch Musik wird vieles leichter
Im niederländischen Kinderfilm DER FALL MÄUSERICH (6+) ist das Mädchen Meral anfangs traurig. Sie zieht mit ihrer Familie in eine neue Stadt, wo sie keine Freund*innen hat. Verbotener Weise nimmt sie eine kleine Maus mit auf Klassenfahrt, doch dann frisst eine Eule das Mäuschen. Meral und ihre Zimmerkolleg*innen entdecken bei Tanz, Gesang und Musik, was wahre Freundschaft bedeutet.
Schwierige Themen wie Alleinsein, Traurigkeit und der Abschied eines geliebten Tieres werden durch musikalische Szenen aufgelockert. Die Kinder tanzen im Regen durch den Wald oder singen gemeinsam während sie Aufräumen. Dadurch stehen am Ende die neuen Freundschaften im Mittelpunkt.

Disney’s musikalische Welten
Ursprünglich inspiriert von Operetten (SCHNEEWITTCHEN) ist Musik seit dem Tonfilm ein zentraler Bestandteil von Disney-Filmen, Teil unserer Popkultur, Teil unserer Lebenswelt. Während die Erwachsenen-Generation mit Liedern aus ARIELLE, DIE SCHÖNE & DAS BIEST oder DER KÖNIG DER LÖWEN aufgewachsen ist, kennt die neue Generation natürlich „Let it go“ von DIE EISKÖNIGIN (8+) oder „We don`t talk about Bruno“ aus ENCANTO (8+), auch ein weltweiter Hit auf TikTok.
Vielleicht DAS ultimative Disney-Musical ist MARY POPPINS (8+), eine Mischung aus Real- und Animationsfilm mit einer zauberhaften Story. Und mit Musik, die bei Kindern immer noch ins Ohr geht „Supercalifragilisticexpialigetisch“.

Bunt, bunter, Bibi
Seit 2014 erlebt Bibi Blocksberg mit ihrer BFF Tina in den BIBI & TINA (8+) Filmen mittlerweile fünf sehr musikalische Kinoabenteuer. Regisseur Detlev Buck und Drehbuchautorin Bettina Börgerding haben die braven Pferdegeschichten des Bibi Blocksberg-Spin-offs entstaubt und sehr bunte, freche Popmusicals daraus gemacht. Die Musik (u.a. von Peter Plate der Band „Rosenstolz“) macht nicht nur Spaß, sondern ist auch richtig gut. Die Soundtracks sind gespickt mit Ohrwürmern und lassen zusätzlich zu den Kinotickets die Kassen klingeln.
So wie die Filme nehmen sich auch die Lieder nicht ganz ernst. „Mädchen gegen Jungs“ nimmt Anleihen am Battle Rap, im neuen Film BIBI & TINA – Einfach anders (8+) wird bei „Schreien! Schreien! Schreien!“ beinahe Heavy Metal mäßig gerockt und auch der Kartoffel wird mit „Lass es Kartoffeln regnen“ ein eigener Song gewidmet.

Musikalischer Roadtrip, der gute Laune macht
Grim und Aksel, beide 14, träumen in THILDA UND DIE BESTE BAND DER WELT (9+) von ihrer eigenen Band. Um bei einem Rockmusik-Wettbewerb mitzumachen, fehlen ihnen aber noch ein Bassist und ein Tourbus. Die einzige Lösung sind die junge Thilda mit ihrem Cello und Martin, ein Ralleyfahrer. Gemeinsam macht sich die bunt zusammengewürfelte Band auf den Weg, doch während des Road-Trips scheint plötzlich alles aus dem Ruder zu laufen: Thilda ist von zu Hause abgehauen, Martins Familie will ihr Wohnmobil zurück, Grim und Aksel streiten und die Zeit wird immer knapper…
Der flotte Musikfilm sorgt mit humorvollen Szenen und rockigem Soundtrack für gute Laune. Die vier sympathischen Figuren bieten ein großes Identifikationspotenzial. Sie durchleben nicht nur eine Reise durch Norwegen, sondern auch eine innere Entwicklung. Aus Einzelkämpfern wird eine Gemeinschaft, mit dem Ziel des großen Auftritts.

Erfolglose Musiker – Coole Musiklehrer
Musik kann verändern und Positives bewirken. Zum Beispiel eine Klasse zu einer Gemeinschaft machen und gleichzeitig die Individualität von Schüler*innen stärken. Charismatische und einfühlsame (meist unfreiwillige) Musiklehrer*innen führen in (Schul-) Filmen mit Hilfe der Musik einen Wandel herbei. Das kann wild und crazy zugehen wie Jack Black als Dewey Finn in SCHOOL OF ROCK (10+), klassischer wie im Publikumserfolg DIE KINDER DES MONSIEUR MATHIEU (10+) oder in Form einer Reise durch die amerikanische Geschichte von den fünfziger Jahren bis 1995 bei MR. HOLLAND’S OPUS.

Tanzen, was das Zeug hält
Wenn Katya Ballett tanzt, fühlt sie sich, als könnte sie fliegen. Doch bei den Proben herrschen Strenge und Disziplin. Als sie in INTO THE BEAT (11+) die lässige Hip-Hop-Szene und Marlon kennenlernt, gerät ihr Traum von einer Ballett-Karriere plötzlich ins Wanken und Katya muss ihren eigenen Weg finden.
Es prallen zwei unterschiedliche Welten und Tanzstile aufeinander. Aufwendige und exakte Gruppen-Tanzszenen mit vielen Menschen und die Liebe zum Tanzen erinnern an die kultigen Tanzfilme der 1980er Jahre (DIRTY DANCING, FOOTLOOSE). Der mitreißende Soundtrack lässt niemanden lange stillsitzen und am Ende des Films will man am liebsten selbst durch den Raum tänzeln. INTO THE BEAT ist die deutsche Antwort auf die beliebten STEP UP-Filme aus den USA und ein gelungener Coming-of-Age Film.
Gastbeitrag von Annelies Cuba und Clara Huber aus dem WIENXTRA-Cinemagic.

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