Warum ist das Gender-Thema eigentlich so wichtig?
Ist es nicht mittlerweile selbstverständlich, dass Mädchen blau und Buben rosa tragen dürfen?
Leider gibt es immer noch viele Stereotype, die vor allem auch Kinder einengen. Tätigkeiten, Interessen, Hobbys, Farben, Berufswünsche, die als typisch Junge oder typisch Mädchen verstanden werden.
Umso wichtiger ist es, der nächsten Generation die Selbstverständlichkeit der Unterschiede jedes_r Einzelnen m tzugeben. Und Bücher sind dabei so herrlich unverblümt und offen, auf ganz sanfte Weise.
Little Leaders. Exceptional Men In Black History. (ab 5 J.)
Es gibt ja wirklich eine Menge herausragender Persönlichkeiten, von denen wir in Bezug auf Toleranz viel lernen können. Einige davon findet ihr in diesem Buch. Ich hatte es mir bei den Büchereien in Englisch ausgeborgt, weil ich Besuch aus dem Ausland erhielt. Hier werden über 30 spannende Persönlichkeiten vorgestellt. Dabei ist auf der einen Seite eine Beschreibung vom Leben und auf der anderen Seite ein Bild dargestellt. Kurz vorgestellt werden zusätzlich z. B. Malcolm X, Martin Luther King Jr oder Nelson Mandela. Ausführlicher werden Aktivisten wie z. B. Harold Moody, Paul Robeson, Thurgood Marshall oder James Baldwin.
Der Katze ist es ganz egal. Franz Orghandl, Theresa Strozyk. (ab 10 J.)
Leo beschließt an einem Morgen, mit anderen zu teilen, dass er ab nun an Jennifer genannt werden möchte. Die Freunde von Jennifer sind begeistert und möchten ihr Sparschwein schlachten, um mit ihr das erste Kleid einkaufen zu gehen. Anders als die Erwachsenen, die nicht ganz wissen, wie sie das finden sollen.
In diesem Buch werden sowohl die Geschlechterrollen in Frage gestellt, als auch die unterschiedlichen Meinungen durch die liebenswerten Charaktere dargestellt. Eine einfühlsame Geschichte, die über das Unverständnis und die Selbstverständlichkeit an die Jennifer stößt, erzählt.
Du bist Du und wunderbar. Elise Grabel mit Mykaell Blais.
Dieses Kinderbuch eignet sich wirklich sehr gut dazu, mit Kindern über Geschlechterrollen zu sprechen und dabei . Es werden einzelne Regeln und auch Gesetze angeführt und die Frage aufgeworfen, woher diese Regeln kommen könnten. Dabei werde auch schwierige Themen wie Geschlechteridentität, Intersexuell oder Prognome erklärt und die Vielzahl der Liebensmöglichkeiten und damit verbundene Familienformen dargestellt.
Das Buch schafft es, mit einfachen und trotzdem schönen Bildern, viel darzustellen und auch komplexe Inhalte herunterzubrechen. Was mir an diesem Buch aber ganz besonders gefällt, ist, dass es aufzeigt, wie beide Geschlechter durch diese Rollenerwartungen eingeschränkt werden und dass immer wieder auf das eigene Erleben und Empfinden zurückgespielt wird: Findest du, dass das so sein sollte?
Und dieses Kinderbuch macht Mut, weil es Menschen aufzeigt, die dazu beigetragen haben, die Geschlechterrollen zu erweitern wie z. B. dem ersten männlichen Krankenpfleger der amerikanischen Armee, der ersten Frau im Weltall oder der ersten Transgenderperson, die in den Senat gewählt wurde. Aber auch, weil es mit euch mit dem Spirit ansteckt, dass die Welt sich verändert und wir alle davon profitieren. Der Einband, der gleichzeitig ein schönes Poster ist, drückt diese Stimmung auch wunderbar aus.
Die Wiener Büchereien haben viele coole Kinderbücher, und das Tolle daran: Die Büchereikarte ist für Kinder bis 18 Jahre kostenlos, daher könnt ihr für eure Kinder gratis Bücher ausborgen. Ein Besuch schafft Abwechslung: Es gibt neben Büchern auch Zeitschriften, Hörspiele und DVDs zum Ausborgen. Auch die Virtuelle Bücherei stellt rund um die Uhr ebooks, ePapers und eAudios zur Verfügung.



















