
Manchmal kam der Ärger sanfter daher als miese Laune oder Motzen. Das war auch mühsam, aber nicht so anstrengend wie die Trotzanfälle. Bei all dem hab ich manche Kinderbücher zum Thema Aggression recht hilfreich erlebt. Einige davon stell ich euch hier vor.

1. Achtung! Bissiges Wort! von Edith Schreiber-Wicke, Carola Holland, ab 5 Jahren
Jeder hat manchmal einen Tag, wo alles schief läuft. An solchen Tagen rutscht dann auch leicht ein bissiges Wort heraus. So passiert es Laura ihrem besten Freund Leo gegenüber. Es tut ihr auch gleich leid, aber so schnell ist die Sache nicht gegessen. Denn Leo verfolgt das bissige Wort seiner Freundin und Laura geht es nicht anders. Immer, wenn sie versuchen, einen Schritt aufeinander zuzumachen, kommt das bissige Wort dazwischen. Doch schlussendlich ist ihre Freundschaft stärker.
Ein nettes Buch, das mit kurzen Texten zeigt, was in jemandem vorgehen kann, wenn man ein bissiges Wort gesagt hat oder zu einem gesagt wurde. Aber es werden auch Wege aufgezeigt, wie man einlenken und wieder zur Freundschaft zurückfinden kann.

2. Pünktchen vertreibt seine Gewitterlaune von Katja Reider, Betina Gotzen-Beek, ab 3 Jahren. Coppenrath Verlag
Manchmal wacht man schon mit schlechter Laune auf und das, was sonst Spaß macht, mag man nicht, weder wachgekitzelt werden, noch Honigbrot noch Bauernhof-Urlaub. So geht es Pünktchen an diesem Tag. Auf alle Fälle fällt ihm nur „Mag ich nicht! Will ich nicht! Kann ich nicht leiden!“ ein. Schlussendlich bringt diese Gewitterlaune ihn dazu, Willi, der Walze, einmal die Meinung zu sagen. Und statt zum erwarteten Streit führt das dazu, dass sie für Willi neue Möglichkeiten finden.
Hier wird sehr nett die Gewitterlaune beschrieben und dass diese dann auch noch zu positiven Veränderungen in der Kindergemeinschaft führt, ist wirklich eine nette Lösung. Damit kann man gut herausarbeiten, dass es manchmal ein bisschen Gewitterlaune benötigt, um den Mut zur Auseinandersetzung aufzubringen.

3. Blöde Ziege, Dumme Gans. Eine Geschichte von Streit und Versöhnung von Isabel Abedi, Silvio Neuendorf, ab 4 Jahren
Auch mit guten Freund*innen streitet man manchmal, und wenn viel zusammenkommt, dann will man sie gar nicht mehr sehen. Davon handelt dieses Buch. Das spannende daran ist, dass es die Geschichte von beiden Seiten beleuchtet. Ziege und Gans sind nämlich richtig gute FreundInnen.
Doch an diesem Tag gibt’s ständig Streit, bis sie nach Hause kommen und nichts mehr miteinander zu tun haben wollen. Zumindest bis ihnen einfällt, wie gut sie miteinander spielen können und dann wird die Wut im Bauch so klein, bis sie verschwunden ist und sie sich wie immer auf der Wiese treffen können.

4. Tomatenrot oder Mobben macht traurig von Jan de Kinder und Silvio Neuendorf, ab 5 Jahren
„Du… Du wirst rot“. Eigentlich nichts Besonderes, aber schnell wird ein Spaß daraus, Tom damit aufzuziehen. Paul ist der Anführer und als sich Tom wehrt, wird er handgreiflich. „Hat jemand etwas gesehen?“ fragt die Lehrerin und als sich die Erzählerin trotz Angst meldet, melden sich auch andere Kinder. Gemeinsam kann auch Paul nichts gegen sie ausrichten.
Ein Buch, das mit wenigen Worten und mit wenigen Bildern auskommt, aber diese sitzen. Die Erzählerin ist in der Mitläuferrolle, die anschaulich dargestellt wird, aber auch die restlichen Grundpfeiler des Mobbings werden gut herausgearbeitet. Ein Buch, das wirklich gut verwendet werden kann, um Mobbing und Ausgrenzung präventiv zu besprechen. Alle vier Bücher könnt ihr euch auch in den Büchereien Wien ausborgen.

5. Das Eulengeheimnis von Silvia Exenberger und Verena Wolf, ab 4 Jahren
Dieses Buch habe ich erst später kennengelernt, finde es aber sehr gelungen. Die Bilder erinnern mich an meine eigene Kindheit: ein süßer Hase, ein kleiner Zwerg und zarte Gräser, so luftig, locker und schön! Aber auch der Inhalt ist einfach nett und dabei auch fachlich fundiert. Er soll nämlich die Resilienz von Kindern im Kindergarten und Volksschulalter näher bringen. Dabei ist auch Streit und Aggression ein Thema.
Es beginnt wie alle guten Märchen mit „Es war einmal..“ und handelt von einem kleinen Hasen, der sein geliebtes Kuscheltuch im Sturm verloren hat. Gemeinsam mit dem Sonnenzwerggarten und dem Eulengeheimnis können sie nicht nur das Kuscheltuch finden, sondern lernen damit auch den Streit der Enten konstruktiv zu lösen.

Am Rand stehen immer wieder Fragen, die einen Bezug zwischen Buch und eigenen Leben herstellen und zum überlegen anregen und am Schluss ist noch ein Kapitel für Erwachsene, was Resilienz ist, aus welchen Faktoren sie besteht und wo diese Stellen im Buch vorkommen. Hier findet ihr weitere Kinderbücher, die Resilienz fördern.
Was sind denn eure Lieblings-Kinderbücher zum Thema Aggression oder schlechte Laune? Sachbücher für Kinder, unsere Lieblings-Mitmach-Bücher oder unsere persönliche Kinderbuch-Hit-Liste sowie weitere Büchertipps findet ihr hier.
Text: BriG



















































