Kindgerechte Biografien
Ich finde es auch für vorlesende Erwachsene immer wieder spannend, mehr über bestimmte Menschen zu erfahren, die Vorbilder für uns alle sein können. Hier stellen wir euch einige Kinderbücher vor, die bedeutende Schwarze Persönlichkeiten thematisieren und daher wunderbar zum Black History Month passen.
Kinderbücher zum Black History Month
Ich liebe Biografien und finde es immer wieder spannend, welche zu lesen. Die Reihe Little People Big Dreams hat da viel zu bieten, weil sie in kindgerechter Form bedeutende Persönlichkeiten vorstellt. Wenig Text, ansprechende Bilder und eine Reduzierung aufs Wesentliche geben dabei einen Einblick ins Leben der beschriebenen Menschen.
Auf einer Doppelseite am Schluss werden Originalfotos auf einer Zeitachse dargestellt und ein etwas ausführlicherer Text gibt noch ein bisschen mehr Einblick. Daher finde ich, dass sich diese Kinderbücher ganz ausgezeichnet eignen bedeutende Persönlichkeiten zum Black History Month kennen zu lernen.
Harriet Tubman
Sie wurde als Skalvin Araminta Ross in Maryland geboren. Schon früh flüchtete sie in den Norden und schloss sich dort der Underground Railroad an. Im Bürgerkrieg meldete sie sich freiwillig und arbeitete als Krankenschwester und Kundschafterin.
Außerdem leitete sie als Kommandantin drei Dampfschiffe über einen verminten Fluss, wodurch sie über sieben-hundert Menschen rettete. Auch nach Abschaffung der Sklaverei ist die kleine Harriet - sie ist nur 1,50 cm groß - eine große Verfechterin der Bürgerrechtsbewegung und tritt auch für die Gleichberechtigung von Frau und Mann ein.
Josephine Baker
Freda Josephine McDonald wurde 1906 in Missouri geboren und erlebte als Kind Armut und die Ungerechtigkeit der "Rassentrennung". Schon als Kind beginnt sie als Dienstmädchen zu arbeiten, später als Kellnerin in einem Musiklokal, wo sie ihr erstes Engagement als Komikerin und Tänzerin bekommt. Bestimmt kennen viele die Tänzerin oder Sängerin Josephine Baker.
Doch wusstet ihr, dass sie im 2. Weltkrieg Spionin war und für den französischen Widerstand arbeitete und Mitglied der Ehrenlegion war? Denn schon mit 19 erhält sie in Paris eine Rolle in einer Show, wo ihre Karriere steil bergauf geht. Nach dem Krieg unterstützte sie die Bürgerrechtsbewegung und adoptierte 12 Kinder aus der ganzen Welt.
Jesse Owens
Habt ihr schon von Jesse Owens gehör? James Clevland wuchs in Alabama in ärmlichen Verhältnissen auf und konnte schon als Kind richtig schnell laufen. Obwohl er schon als Kind arbeiten musste schaffte er es an die Universität und stellte an einem Tag gleich mehrere Weltrekorde auf z.B. neben dem Sprint auch beim Weitsprung oder beim Hürdenlauf.
Ausgerechnet bei den olympischen Spielen 1936 in Berlin gewann er vier Goldmedaillen, doch zu seinem Fest in den USA durfte er nicht den Vordereingang wählen.
Nelson Mandela
Klar, alle haben schon mal von Nelson Mandela gehört. Aber wusstet ihr, dass er Rolihlahla hieß, was Unruhestifter bedeutet und seine Lehrerin ihm den Namen Nelson gab? Sein Urgroßvater war König und sein Vater Oberhaupt des Clans, der allerdings schon früh starb.
Da er sich politisch gegen die Apartheit engagierte, wurde er mehrmals verhaftet und 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er verbrachte mehr als 27 Jahre im Gefängnis. Erst mit 72 Jahren wurde er aus dem Gefängnis entlassen und bereitete gemeinsam mit dem amtierenden Präsidenten das Ende der Apartheit vor, wofür die beiden den Friedensnobelpreis bekommen.
Friedensnobelpreis
Zaha Hadid
Ich habe erst vor kurzem von der bekannten Architektin gehört, aber vielleicht kennt ihr sie ja schon lange. Sie wurde 1950 in Bagdad in eine wohlhabende und kunstinteressierte Familie hineingeboren, die viel reiste. Schon als Kind durfte sie die Einrichtung ihrer Zimmer entwerfen und bekam von ihrer Mutter Zeichenunterricht. Sie besuchte eine katholische Grundschule, später eine Internatsschule in der Schweiz und studierte Mathematik und Architektur in London.
Sie gründete ein Planungsbüro und lehrte an unterschiedlichen Universitäten und erhielt 2004 als erste Frau den Pritzker-Preis, der als Nobelpreis der Architektur gilt. Mir gefallen ihre Gebäude wirklich gut und ihr könnt in Wien auch welche besichtigen, nämlich den Bibliotheksbau der neuen Wirtschaftsuniversität oder das Zaha-Hadid-Haus an der Spittelauer Lände.
Pritzker-Preis
Bibliotheksbau
Zaha-Hadid-Haus
Malala Yousafzai
Bestimmt habt ihr auch schon von Malala gehört, die mit 17 Jahren die jüngste Friedensnobelpreisträgerin ist. Sie wird 1997 als Tochter eines Lehrers in Pakistan geboren. Auf der Schule, welche ihr Vaters gründet, sind auch Mädchen zugelassen doch als Malala 10 ist, wird ihr Tal von den Taliban übernommen.
Der Schulbesuch für Mädchen wird von ihnen verboten und viele Schulgebäude zerstört. Malala und ihr Vater lassen sich nicht einschüchtern und sie sprechen im ganzen Land öffentlich über das Recht jedes Kindes auf Bildung. 2012 wird sie deswegen angeschossen und schwer verletzt. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und kämpft weiter.
Amanda Gorman
Viele haben sie bei der Amtseinführung von Präsident Biden gesehen, als die 22 Jährige ihr Gedicht vorlas. Sie wurde 1998 in Los Angeles gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester geboren. Ihre alleinerziehende Mutter, Lehrerin an einer Brennpunktschule, ermutigt sie, viel zu lesen und sie verliebt sich in die Dichtkunst.
Obwohl sie einen Sprachfehler hat, an dem sie hart arbeitet, wird Amanda eine Rednerin, da sie erkennt, dass es wichtig ist, die eigene Stimme zu erheben. Schon als Soziologiestundentin wird sie zur National Youth Poet Laureate der USA gewählt - ein Ehrentitel,der Künstlerisches Talent in Verbindung mit gesellschaftspolitischem Engagement ehrt.
Text: BriG
Lust auf mehr?
- Noch mehr Buchtipps zum Black History Month von der Mag.a.DSA Esther Maria Kürmayr der Obfrau der Schwarze Frauen Community findet ihr hier:
Schwarze Frauen Community
Kinderbücher zum Black History Month - Kinderbücher zum Thema Rassismus stellt meine Kollegin hier vor:
Kinderbücher über Rassismus - Und hier stellen wir jene Bücher vor, die uns Kinderinfo-Kolleg*innen in Bezug auf Rassismus hilfreich waren:
Internationaler Tag gegen Rassismus
Servicetipp
Es gibt einen KI-gestützten Chatbot, der Menschen mit Rassismuserfahrungen digitale Ersthilfe bietet: Youna. Der Bot ist anonym, kostenlos und kann rund um die Uhr Unterstützung leisten, indem er Gefühle validiert, Orientierung gibt und konkrete Handlungsempfehlungen aufzeigt.
Youna




































































