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Kartenspiele für Kinder

Klatschspiele, Fadenspiele oder Kartenspiele – es gibt so viele unterschiedliche Spiele, da kann einem ja nie langweilig werden. Besonders wenn es draußen kalt und regnerisch ist, eignen sich Kartenspiele hervorragend, um sich die Zeit zu vertreiben. Neben dem Spielspaß üben Kinder Zahlenreihen, Zählen, Reaktionsschnelligkeit, sich an Regeln halten, Fair spielen, verlieren usw. Deshalb ist es auch wichtig auf das Alter des Kindes zu achten und die Spiele dem Alter entsprechend auszusuchen oder

ASS Altenburger Doppeldeutsch Spielkarten
© Brigitte Vogt, ASS Altenburger Doppeldeutsch Spielkarten
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3 Kartenspiele im Überblick

Viele Spiele eignen sich auch schon für kleine Kinder, andere sind fordernder und für ältere Kinder wunderbar geeignet. Wir stellen euch hier 3 Kartenspiele vor:

  • Snap ab ca. 3 J.
  • Arschloch ab ca. 8 J.
  • UNO ab 6 J.

Snap (by reg)

Das Spiel ist einfach und für 2 bis 6 Personen, kann mit fast allen Kartendecks (52 Karten) gespielt werden und ist schnell erklärt. Je nachdem für welches Kartendeck man sich entscheidet, können auch kleine Geschwister schon mitspielen. Nachdem unsere Kinder 2 3/4 und 5 sind, verwenden wir Spielkarten mit großen einfachen Symbolen und Zahlen. Es gibt verschiedene Spielmöglichkeiten.

So spielen wir es:

Alle Mitspieler*innen erhalten die gleiche Anzahl an Spielkarten bzw. den gleich hohen Stapel an Karten.
Der Kartenstapel liegt verkehrt vor jedem*r Mitspieler*in. Eine*r beginnt und legt die erste Karte offen in die Mitte. Dann kommt der/die nächste Spieler*in und legt ebenfalls eine Karte offen auf den Stapel.

So geht das reihum bis eine*r Spieler*in die gleiche (je nachdem auf was man sich geeinigt hat entweder Zahl oder Symbol oder Farbe) wie die vorige auf den Stapel wirft. Der/die Spieler*in, der/die das als Erstes bemerkt, legt die Hand auf den Kartenstapel und schreit laut Snap. Er/sie bekommt dann die ganzen Karten.
Gewinner*in ist, wer am Ende noch Karten hat.

© Brigitte Vogt

Unsere Kinder lieben dieses Spiel. Besonders gut eignet es sich auch für lange Zugfahrten. Es macht richtig Spaß, wenn man das Tempo erhöht. Nachdem mein Mann dieses Spiel meinen Kindern gelernt hat, spielen sie es immer auf Englisch. Da es mit hohem Tempo gespielt wird, trainieren Kinder Beobachtungsgabe und Reaktionsschnelligkeit. Außerdem übt unsere ältere Tochter so ganz nebenbei das Lesen von Zahlen und das Zählen auf Englisch. Unsere jüngere Tochter schult dabei hauptsächlich ihr Auge fürs Erkennen von gleichen Symbolen.

Uno (by DS)

Ein Klassiker unter den Kartenspielen für Kinder! Die Karten bestehen aus Zahlen von 0 bis 9 und einigen Symbolen. Zu Beginn einer Runde erhalten alle Mitspieler*innen 7 Karten, der Rest wird auf einen Stapel in die Mitte gelegt. Die oberste Karte wird genommen, aufgedeckt und auf den Tisch gelegt. Der/Die Spieler*in links vom/von der Kartengeber*in startet das Spiel. Worum geht es nun? Wer an der Reihe ist schaut, ob er eine Karte ablegen kann. Wichtig dabei ist, dass es dieselbe Farbe oder Zahl wie die oberste Karte am Ablagestapel haben muss. Wenn jemand keine passende Karte hat oder aus taktischen Gründen keine Karte legen will, muss man eine Karte ziehen. Ganz wichtig: Wer seine vorletzte Karte ablegt, muss „Uno!“ rufen. Wer das vergisst, muss eine Strafkarte ziehen.

Das Ziel ist die Karten möglichst schnell abzulegen. Die Person, die als Erste keine Karten hat, hat gewonnen. Man braucht mindestens zwei Spieler*innen für dieses Kartenspiel, viel lustiger ist es jedoch mit mehreren Spieler*innen. Hier erklären wir euch, was die Symbole bedeuten. Mir ist jedoch aufgefallen, dass in unterschiedlichen Spielrunden auch etwas unterschiedliche Spielregeln herrschten. 😉 Deshalb ist es immer gut sich vor dem Spielen über die Regeln auszutauschen.

© Brigitte Vogt

Die Symbole stehen für folgende Aktionen:

  • Zieh zwei: Der/Die nächste Spieler*in muss zwei Karten nehmen.
  • Retour: Ihr wechselt die Spielrichtung.
  • Aussetzen: Der/Die nächste Spieler*in darf keine Karte ausspielen.
  • Farbwahl: Der/Die Spieler*in, der/die diese Karte spielt, darf sich die Farbe auswählen, die gespielt werden soll.
  • Zieh vier und Farbwahl: Der/Die Spieler*in muss vier Karten vom Stapel nehmen und darf keine Karte ausspielen. Derjenige/Diejenige, die diese Karte legt, bestimmt die Farbe, die danach aufgelegt werden muss.

Uno wird allgemein ab 6 Jahren empfohlen. Wenn man mit weniger Karten spielt, die dafür auch für kleine Hände einfacher zu halten sind, und nicht alle Spezialsymbole nimmt, dann geht es sicher auch früher. Es gibt auch Uno Junior Karten, wo Symbole und Zahlen kombiniert sind – die sind bereits ab 3 Jahren geeignet.

Arschloch (by BriG)

Ich mag dieses Spiel, weil es schnell erklärt ist (obwohl die Beschreibung hier recht lang aussieht), weil viele mitspielen können und es kein langwieriges Zusammenrechnen gibt. Außerdem bietet es strategische Möglichkeiten, die erst im Laufe des Spieles zutage treten. Dieses Spiel könnt ihr mit jedem beliebigen Blatt spielen. Wir haben Doppeldeutsch Karten verwendet. Seit ihr viele Spieler*innen könnt ihr mit zwei Kartensets spielen.

Spielverlauf

Hier geht es ums Stechen, wobei die Reihenfolge von 6,7,8,….. über Unter (Bube), Ober (Dame), König bis zum Ass geht. Höher sticht also, aber der Stich wandert erst vom Tisch, wenn niemand in der Runde mehr höher legen kann. Man darf also mehrmals reihum Karten legen und stechen versuchen. Werden gleich hohe Karten ausgespielt, dann kann es auch sein, dass man gar nicht mehr dran kommt. Die Stiche werden allerdings nicht mühsam zusammengezählt, sondern einfach beiseitegelegt. Bei diesem Spiel gilt es nicht, möglichst viele Punkte zu sammeln, sondern Präsident*in zu werden oder zumindest kein Arschloch, und dafür muss man alle Karten loswerden. Hier kommt es auf Geschick an, denn man muss die Balance halten, zwischen Karten loswerden und Karten behalten, um zum Stich zu kommen und ausspielen zu können.

Zuerst verteilt ihr also alle Karten gleichmäßig an die Spieler*innen. Dann spielen die Spieler*innen der Reihe nach Karten aus. Wer als Erste*r eine Karte legt, darf entscheiden, ob er/sie eine einzelne Karte oder einen Mehrling, also mehrere Karten mit gleichem Zahlenwert, legt. Jeder darf stets passen oder gleich viele Karten aber mit einem höheren Wert auf die bislang ausgespielten Karten legen. Farben spielen dabei keine Rolle. Wer den höchsten Wert ausgespielt hat, oder wenn alle anderen Spieler*innen gepasst haben, gewinnt den Stich und darf erneut ausspielen.

Sobald ein*e Spieler*in keine Karten mehr hat, wird sie/er mit dem höchsten noch übrig gebliebenen Amt belohnt. Der/die erste Spieler*in ohne Karten wird daher Präsident*in, die/der Zweite wird Vizepräsident*in. Der/die letzte Spieler*in wird Arschloch, der bzw. die vorletzte Vize-Arschloch.

ASS Altenburger Doppeldeutsch Spielkarten
© Brigitte Vogt, ASS Altenburger Doppeldeutsch Spielkarten

Spielende

Ein Spiel endet, wenn die/der vorletzte Spieler_in seine Karten losgeworden ist und somit alle „Ämter“ vom „Präsidentin_en“ bis zum „Arschloch“ verteilt sind. Die/Der Verlierer, „das Arschloch“, mischt die Karten und teilt den Kartenstapel wieder für die nächste Runde aus und das Spiel kann von vorne beginnen. Allerdings mit einer kleinen Änderung

Wer hat, dem wird gegeben

Nun gibt es eine gemeine Regel: Die Spieler_innen mit niedrigeren Ämtern müssen nämlich ihre höchsten Karten an die Spieler_innen mit höheren Ämtern abgeben, während sie dafür die niedrigsten Karten ihrer Mitspieler_innen bekommen. Das Arschloch gibt 2 seiner höchsten Karten an die/den Präsidenten_in, diese_r reicht die 2 niedrigsten ans Arschloch weiter. Dasselbe gilt für Vize-Präsident_in und Vize-Arschloch. Das Arschloch beginnt die neue Runde.

Manche spielen auch noch mit Bauer/Bäuerin, Bürgerin/Bürger, Kauffrau/-mann oder mit anderen Varianten.

© Brigitte Vogt

Kartenspiele gratis ausprobieren

Als Kind habe ich Kartenspiele geliebt. Ich hab unglaublich gern Rommé und Canasta gespielt, das wir seit Jahren mit Oma spielen. Später hab ich Watten kennengelernt und Jassen wurde zu meinem absoluten Favoriten.

Ein Stapel Karten ist schnell eingesteckt und man kann damit so viel spielen! Das Urlaubsspiel also schlechthin! 

Meine Kinder mögen auch Wizard (ab 10 J.) sehr. Ich finde es ist ein idealer Einstieg ins Stechen und Schlag ansagen. Dabei holen die magischen Charaktere die Kinder gut ab, und es gibt auch schon eine Variante Little Wizzard, die für Kinder ab 6 J. geeignet ist.

Trio (ab 7 J.) ist ähnlich wie Quartett, nur sucht man hier ein Trio und muss dabei gut aufpassen, welche höchsten oder niedersten Karten die Mitspieler*innen haben. Ein feines Spiel, das wir im letzten Urlaub mit anderen Familien kennengelernt haben.

Auch  The Mind (ab 8 J.) ist ein kooperatives Kartenspiel, das wir in den letzten Jahren auch in größerer Runde gern spielen. Dabei geht es darum, die eigene Intuition zu schulen und sich in der Gruppe auch ohne Worte oder große Gesten abzustimmen.

Beide Spiele (ebenso wie Uno Junior) könnt ihr in der WIENXTRA-Spielebox ausprobieren oder euch ausborgen.

© Brigitte Vogt

Kartenspiele für Kinder ab 10 J.

In großen Runden war bei uns lange Zeit Die Werwölfe vom Düsterwald (ab 10 J.) der Renner. Cool daran ist, dass es über viele Altersgruppen hinweg gespielt werden kann und es auch ums Schauspielern geht. Dabei hat man immer Gruppen, zu denen man gehört (Werwölfe oder Dorfbewohner) und es gibt meist nicht eine*n Verlierer*in, sondern mehrere gemeinsam. Außerdem gibt es viele Erweiterungen sodass es wirklich auch mit richtig großen Gruppen geht.

Und auch SET - die ultimative Herausforderung (ab 10 J.) war und ist bei uns ein Kartenspiel, das wir immer wieder und mit unterschiedlichen Altersgruppen spielen. Auch hier müssen Trios gefunden werden. Die Karten sind mit geometrischen Mustern gefüllt, die sich in Farm, Form und Füllung unterscheiden können. 12 Karten liegen offen da und wer als erster ein Trio entdeckt, ruft SET und darf es nehmen. Doch die Herausforderung liegt darin, was alles ein Set sein kann: entweder 3 mal gleich oder 3 mal unterschiedlich und zwar in allen einzelnen Kategorien. Wirklich eine coole Herausforderung, die sich nicht abnutzt.

Text: DS, reg, BriG

© Brigitte Vogt

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  • Spielen ist schön! Erfahrt hier, warum es auch sinnvoll ist, mit Kindern Brettspiele zu spielen.
  • Im Kinderinfo-Blog stellen wir unsere beliebtesten Brettspiele sowie unsere Lieblings-Memoryspiele vor.
  • Noch mehr Spieletipps, von Sprachspielen über digitale Spiele bis zu Murmelspielen könnt ihr in den Broschüren der WIENXTRA-Spielebox nachlesen.