
Ab wann ins Kino?
Zunächst ist der Kontext wichtig: Denn während Kinder schon früh Zuhause kurze Serien oder (Youtube-)Videos ansehen, wird ein Kinobesuch erst ab ca. drei bzw. vier Jahren empfohlen.
Mit drei eignet sich ein allererster Besuch beim Cinemagic-Bilderbuch-Kino, denn die Mischung aus Standbild, Musik und (Vor-)Lesung erinnert an die Vorlese-Situation daheim und gibt den Kindern Zeit zum bewussten Schauen und Hören.
Bilderbuch-Kino

Kurzfilme als sanfter Einstieg ins Kinoerlebnis
Für Bilderbuchkino-Zuschauer*innen mit Lust aufs Bewegtbild öffnet sich ab vier Jahren das Universum der Kurzfilme. Mit ihrer Kürze, fantasievollen Optik und kreativen Machart erfüllen sie meist alle altersgerechten Anforderungen, machen Spaß und überfordern nicht.
Kurzfilme haben höchstens eine Länge von 30 Minuten, die meisten dauern aber nur ein paar Minuten. Gerade für junge Filmfans, die eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, eignen sich daher Kurzfilme besonders gut.

Episodenhafte Erzählstränge, kurze Spannungsbögen und ein pointiertes Ende machen sie zum idealen Einstieg ins Filmeschauen. Das Cinemagic zeigt meist jedes Monat ein thematisch zusammengestelltes Kurzfilm-Programm für Kinder ab 4 Jahren mit einer Länge von ca. 50 Minuten.
Kurzfilm-Programm
Halbe Stunde – ganzer Film
Diese „langen“ Kurzfilme dauern ca. 25 Minuten und sind nach den beliebten Büchern von Axel Scheffler und Julia Donaldson gestaltet. Liebenswert und einfallsreich zugleich.
- In den beiden Filmen Der Grüffelo und Der Grüffelo und das Grüffelokind (5+) erzählt die Eichhörnchen-Mutter in einer Rahmenhandlung ihren Kindern jeweils eine Geschichte rund um den mysteriösen Grüffelo.

- Familienvater Stockmann (4+) macht sich auf die abenteuerliche Heimreise und erlebt dabei alle vier Jahreszeiten.
- Die tierische Hexengeschichte Für Hund und Katz ist auch noch Platz (4+) ist in Reimform erzählt.
- In den beiden Fantasiegeschichten Zogg und Zogg und die Retter der Lüfte (4+) geht es um Drachen, Held*innen und ein bisschen Emanzipation.
Was braucht ein guter Langfilm für die Jüngsten?
Da Spielfilme und Animationsfilme oft lang sind und ein schnelles Erzähltempo sowie komplexere Themen beinhalten, richten wir hier den Blick darauf, was denn ein idealer Film für die Jüngsten braucht:
- Spieldauer zwischen 60 und 80 Minuten
- Kleine Spannungsbögen und langsame Schnitte
- Bunte Farben, Animationsfilme sind sehr beliebt

- Gut und Böse soll klar erkennbar sein.
- Situationen, die Angst machen könnten, müssen rasch aufgelöst werden.
Angst und Mut-mit kleinen Kindern Filme schauen - Pausen zum Durchatmen in Form von kleinen musikalischen Einlagen kommen den Kindern entgegen.
- Inhaltlich stehen oft Alltagssituationen oder Konflikte mit der Familie im Mittelpunkt. Beliebt ist auch das Motiv der Reise, auf der kleine Abenteuer erlebt werden.
Klassiker
Bei keiner anderen Altersgruppe stehen Klassiker so hoch im Kurs, wie bei den jüngsten Filmfans. Das liegt einerseits an ihrer zeitlosen Qualität, andererseits basieren die meisten auf Kinderbüchern und Figuren, die beim ersten Kinobesuch längst vertraut sind, wie z.B.:
- Die (alten) Zeichentrickfilme Die Biene Maja (4+), Winnie Puuh (4+) oder die diversen Animations-Filme mit Pettersson und Findus (4+).
- Die kurzen Episoden rund um den kleinen Maulwurf (4+).
- Die Animationsfilme rund um die musikalische und ungewöhnliche Kuh Mama Muh: Mama Muh und die Krähe, Mama Muh und die große weite Welt, Wer bist du, Mama Muh? (4+)

- Die Janosch-Filme Oh, wie schön ist Panama (4+) und Komm, wir finden einen Schatz (5+)
- Die drei nach einer Kinderbuch-Serie gestalteten Abenteuer im Wald mit dem Kleinen Raben Socke (5+).
- Pippi Langstrumpf (5+), Wir Kinder aus Bullerbü (5+) und andere Astrid Lindgren-Filme
Geheimtipps
Wer schon alle Klassiker kennt oder keine Lust auf Blockbuster hat, für den gibt es eine Reihe unbekannter Kinderfilm-Tipps:
- Die lettische Reihe mit dem Hundemädchen Lotte und einem schrulligen Figurenarsenal Lotte im Dorf der Erfinder (4+) und Lotte und das Geheimnis der Mondsteine (5+).
- Die Serie rund um das kleine Gespenst Laban (4+).
- Der farbenprächtige Film Molly Monster (5+), in dem ein Geschwisterchen ins Familienleben kommt.
- Einer der wenigen Realfilme für diese Zielgruppe ist der niederländische Film Mein Freund, die Giraffe (5+), in dem es um den Schulanfang geht.

- Ein Kinderkrimi für die Jüngsten ist der schwedische Kommissar Gordon & Buffy (5+), in dem ein Frosch und eine Maus auf Ermittlungen gehen.
- Und die Abenteuerlust wird bestimmt im Film Karlchen – Das große Geburtstagsabenteuer (5+) gestillt, als sich Karlchen auf den Weg zu seiner Oma macht.
Nach dem Film reden wir
Schon mit den Jüngsten Filmfans kann man nach dem Film das Gesehene besprechen.
Zum Einstieg empfehlen wir allgemeine Fragen nach Bild- und Ton-Ebene:
- Was hast du gesehen? (Welche Figuren, Farben und Formen sind zu sehen?)
- Was hast du gehört? (Ist Musik zu hören, welche Geräusche kommen vor und wird auch gesprochen?)
Danach kann man Fragen zum Thema, den Figuren oder dem Setting stellen:
- Sind Tiere vorgekommen? Was haben die Tiere gemacht?
- Haben bestimmte Gegenstände eine wichtige Rolle gespielt?
- In welcher Umgebung spielt der Film? (Wald, Wasser, Stadt…)

Schließlich lässt man sich ganz konkret auf die Geschichte des Filmes ein, spricht über den Konflikt im Film und wie sich die Figuren verändert haben. Zum Abschluss kann man auch auf die persönliche Ebene des Kindes eingehen:
- Welche Stelle war besonders lustig?
- Welche Figur mochtest du am Liebsten und warum?
- Hast du das auch schon mal erlebt?
So steht einem altersgerechten Filmerlebnis wohl nichts mehr im Wege. Viel Spaß beim Film schauen!
Text: Annelies, WIENXTRA-Cinemagic







































