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Erich Kästner & seine unvergesslichen Geschichten

Wieso Erich Kästner heute? 2024 ist ein doppeltes Gedenkjahr für den beliebten (Kinderbuch-)Autor, der am 23. Februar seinen 125. Geburtstag gefeiert hätte und am 29. Juli vor 50 Jahren gestorben ist. Eine gute Gelegenheit, einen Blick auf seine Person, seine Kinderbücher und vor allem deren Verfilmungen zu werfen.

Dreharbeiten zu Fliegendes Klassenzimmer
© Filmladen, Dreharbeiten zu Fliegendes Klassenzimmer
WIENXTRA Kinderinfo

Wie Kästner zum Kinderbuch kam

Erich Kästner wurde im Februar 1899 als einziges Kind seiner Eltern Ida und Emil Kästner geboren. Wie sich viel später herausstellte, war Emil gar nicht Erichs biologischer Vater, sondern ein befreundeter jüdischer Arzt. Erichs Eltern arbeiteten hart, um ihrem Sohn eine gute Zukunft zu ermöglichen. Besonders zu seiner Mutter hatte Erich eine enge Beziehung, wie wichtig ihm Mütter sind, wird man später in den Kinderbüchern merken.

Erich wollte eigentlich Lehrer werden, fing jedoch zu schreiben an und landete als Journalist bei der Zeitung. In den 1920er Jahren hatte er bereits großen Erfolg, auch mit seinen Gedichten. 1929 kam die Anfrage, ein Kinderbuch zu schreiben. Es entstand Emil und die Detektive und das war so erfolgreich, dass Kästner zeitlebens auch Kinderbücher schrieb und vor allem dafür bekannt ist. Illustriert wurden die Bücher von Walter Trier, die Bilder stehen bis heute für einen bestimmten Kästner-Look.

Emil und die Detektive

Die Geschichte vom Provinzkind Emil Tischbein, der zu seiner Großmutter nach Berlin reist und im Zug vom zwielichtigen Herrn Grundeis bestohlen wird, woraufhin er in Berlin mit einer großen Gruppe Großstadtkindern den Dieb verfolgt und stellt, war mehrfach neu. Kästner setzt der modernen Großstadt ein Denkmal und zeigt gleichzeitig eigenständige selbstbewusste Kinder, die als Detektive für Gerechtigkeit sorgen.

So modern wie das Buch war dann auch der Film, der 1931 folgte. Er gilt (abgesehen von Märchenfilmen) als erster Kinderfilm überhaupt. Ein gewisser Billie Wilder schrieb dazu das Drehbuch und der wurde später selbst in Hollywood berühmt. Es gab danach viele Emil-Filme, sehr sehenswert ist die Adaption von Franziska Buch aus dem Jahr 2001. Hier geben auch die Mädchen den Ton an und es wird zeitgemäß gerappt.

Filmbild von Emil und die Detektive
© Filmladen, Emil und die Detektive

Das fliegende Klassenzimmer

Dieser Film erzählt von einer Gruppe Schüler in einem Internat, ihrer Weihnachtstheater-Aufführung, ihren Nöten und Sorgen, von Freundschaft und der Beziehung zu ihrem Lehrer. Wie auch beim „Emil“ schreibt sich Kästner als Figur ins Buch hinein. In der Verfilmung von 1954 spielt Kästner selbst auch mit. Gedreht wurde dieser Film übrigens in Österreich, in Kufstein und Kitzbühel in Tirol. 

Sehr gut ist auch der Film von 2001, der in Leipzig spielt und eine Mädchenfigur hineinschreibt. Noch mehr Mädchen gibt es in der aller neuesten Verfilmung von 2023. Da kommt Martina aus Berlin in ein Internat in den Südtiroler Bergen. Der Film ist gut gemacht, aber nicht ganz so gut wie manche Vorgänger. Was gut gelingt, ist die Darstellung von Konflikten zwischen den Schüler*innen.

Filmbild von Das fliegende Klassenzimmer
© Constantin Film, Das fliegende Klassenzimmer

Pünktchen & Anton

Arm & Reich, Freundschaft, Kinder und ihre Eltern, die zu wenig Aufmerksamkeit schenken, also wieder typische Kästner-Themen gibt es in der Geschichte von „Pünktchen & Anton“. Die beiden sind trotz ihrer Unterschiede bestens befreundet und gehen gemeinsam durch dick und dünn.

Obwohl es eine Berliner Geschichte ist, wurde die erste Verfilmung 1953 auch wieder in Wien gedreht. Wir sehen den Tiergarten Schönbrunn oder die Gasometer-Türme. Caroline Link hat den Stoff 1999 modernisiert und damit ist ihr wieder ein richtig schöner Kinderfilm gelungen. Gerade erst hat das „Theater der Jugend“ das Theaterstück nach dem Buch gespielt.

Filmbild von Pünktchen und Anton
© Filmladen, Pünktchen und Anton

Das doppelte Lottchen

Weltbekannt und sehr beliebt ist Kästners Geschichte von Luise und Lotte, die sich im Ferienlager begegnen und erkennen, dass sie Zwillinge sind. Sie tauschen nach den Ferien ihre Rollen und wollen ihre Eltern unbedingt wieder zusammenbringen. Die erste Verfilmung des Buches, ebenfalls in Österreich am Thiersee in Tirol gedreht, war ein großer Erfolg. Übrigens, der Ort Seebühl am Bühlsee ist frei erfunden.

In Hollywood gab es ein Remake mit Lindsay Lohan in einer Doppelrolle als Hallie & Annie James (EIN ZWILLING KOMMT SELTEN ALLEIN). Dass aus Modernisierungen ebenfalls Klassiker werden können, zeigt Joseph Vilsmaiers CHARLIE & LOUISE von 1994 mit den sehr talentierten Zwillingen Fritzi & Floriane Eichhorn, die sich im Ferienlager in Schottland treffen. Der Zeichentrickfilm von 2007 orientierte sich an Walter Triers Illustrationen und ist auch für jüngere Kinder geeignet. Der letzte Lottchen-Film von 2017 wurde am Wolfgangsee und in Salzburg gedreht. Er ist gut, aber nicht großartig.

Filmbild von Charlie und Louise
© Croco Film, Charlie und Louise

Die Konferenz der Tiere

Dass Kästner immer ein politischer Autor war, zeigt er mit diesem Buch, indem die Tiere – frustriert von den Kriegführenden Menschen – selbst eine Konferenz veranstalten, weil sie sich um die Zukunft der Kinder sorgen. So originell wie diese Idee ist der Zeichentrickfilm von Curt Linda von 1969, der erste deutsche Zeichentrickspielfilm überhaupt.

Das Buch ist in manchen Schilderungen etwas altmodisch, aber gleichzeitig so aktuell wie eh und je und könnte (und sollte) heute um das Thema Klima- und Umweltschutz ergänzt werden.

Filmbild von Die Konferenz der Tiere
© MFA Film, Die Konferenz der Tiere

Noch mehr Kästner

Aber es gibt noch viel mehr zu entdecken: Die verrückte Geschichte „Der 35. Mai„, Kästners Art Autobiografie „Als ich ein kleiner Junge war“ die Nacherzählungen von „Gullivers Reisen“ oder „Till Eulenspiegel„. Auch noch recht bekannt sind Der kleine Mann oder Der kleine Mann und die kleine Miss. Und natürlich gibt es von Erich Kästner auch noch Lyrik, Romane, Texte für Erwachsene. Wer weder Lust auf Buch oder Film hat, der kann auch zum Hörspiel greifen.

Wieso Erich Kästner? Heute!

Natürlich kennen viele von uns Kästner und seine bekanntesten Kinderbücher. Sie werden gelesen, auch als Comic, verfilmt und auf die Bühne gebracht. Aber nachdem ich gerade Klaus Kordons „Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte des Erich Kästner“ gelesen habe, wurde mir wieder klar, wie wichtig Kästner als Autor war und weiterhin ist: Für seinen unermüdlichen Einsatz für Kinderrechte, die Wahrnehmung von Kindern als eigenständige Menschen mit klaren Meinungen, für die Thematisierung von Eltern-Kind-Beziehungen, von Freundschaft, von Gemeinschaft, von Ungerechtigkeit und besonders den Einsatz für Werte wie Frieden, Demokratie und Solidarität schon zu einer Zeit, in der er dafür fast verhaftet worden wäre und seine Bücher von den Nationalsozialisten verbrannt wurden.

„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ – Erich Kästner

Filmbild von Das doppelte Lottchen
© Filmladen, Das doppelte Lottchen

Filmtipps gesucht?

Gastbeitrag von Clara Huber, WIENXTRA-Cinemagic
Titelbild: Dreharbeiten zu Das fliegende Klassenzimmer © Filmladen
Fotos: Emil und die Detektive © Filmladen, Das fliegende Klassenzimmer © Constantin Film, Pünktchen und Anton © Filmladen, Charlie und Louise © Croco Film, Die Konferenz der Tiere © MFA Film, Foto Erich Kästner © Filmladen

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