Was ist Mitbestimmung – und warum ist sie wichtig?
Mitbestimmung heißt, bei Entscheidungen mitzureden, die dich betreffen. Kinder und Jugendliche haben dieses Recht – und viele Möglichkeiten, es zu nutzen. Hier erfährst du, was Mitbestimmung bedeutet, warum sie wichtig ist und wie sie im Alltag gelebt werden kann.


Mitbestimmen: Dein Recht, deine Möglichkeiten
Mitbestimmung bedeutet, dass Kinder und Jugendliche bei Entscheidungen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden können – überall dort, wo sie betroffen sind. Das kann im Kleinen passieren, zum Beispiel in der Schule oder im Jugendzentrum, aber auch bei größeren Themen im Bezirk oder in der Stadt. Mitbestimmung ist kein Extra und kein „Bonus“, sondern ein Recht: Kinder und Jugendliche haben das Recht, gehört zu werden und ernst genommen zu werden.
Mitbestimmung hat viele Formen
Mitbestimmung sieht nicht immer gleich aus. Manchmal geht es darum, eine Meinung zu äußern oder Feedback zu geben, manchmal darum, gemeinsam Ideen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen oder Projekte umzusetzen. Wichtig ist: Beteiligung soll ehrlich, verständlich und wirksam sein. Kinder und Jugendliche sollen wissen, worum es geht, warum ihre Meinung gefragt ist und was mit ihren Beiträgen passiert.
Wie viel Mitbestimmung gibt es eigentlich?
Beteiligung ist nicht gleich Beteiligung und kann unterschiedlich tief gehen. Nicht alles, was „Mitbestimmung“ heißt, ist automatisch echte Beteiligung. Manchmal dürfen Kinder und Jugendliche nur zuschauen oder werden für Ideen genutzt, ohne wirklich Einfluss zu haben. Echte Mitbestimmung beginnt dort, wo junge Menschen informiert sind, freiwillig teilnehmen und Entscheidungen tatsächlich mitgestalten können.
Je mehr Verantwortung Kinder und Jugendliche übernehmen dürfen, desto stärker wird ihre Beteiligung. Das kann von Mitreden und Mitentscheiden bis hin zu selbst initiierten Projekten reichen, bei denen Erwachsene unterstützen, aber nicht vorgeben. Gute Mitbestimmung passt sich dabei immer dem Alter, den Interessen und den Möglichkeiten der Beteiligten an.
Warum gute Mitbestimmung mehr ist als Mitreden
Mitbestimmung wirkt dann am stärksten, wenn sie ernst gemeint ist. Studien und Erfahrungen aus der Praxis zeigen: Kinder und Jugendliche, die beteiligt werden, entwickeln mehr Selbstvertrauen, fühlen sich verantwortlich und lernen, ihre Meinung zu vertreten. Gleichzeitig entstehen bessere Entscheidungen, weil unterschiedliche Perspektiven einfließen und Bedürfnisse sichtbar werden, die sonst oft übersehen werden.
Mitbestimmung stärkt:
- demokratisches Denken
- soziale Kompetenzen
- Verantwortungsgefühl
- Vertrauen in politische und gesellschaftliche Prozesse
Mitbestimmung ist ein Recht – und braucht gute Rahmenbedingungen
Das Recht auf Mitbestimmung ist in der UN-Kinderrechtskonvention verankert. Sie hält fest, dass Kinder und Jugendliche ihre Meinung frei äußern dürfen und dass diese Meinung bei Entscheidungen, die sie betreffen, berücksichtigt werden muss. Damit dieses Recht im Alltag auch gelebt werden kann, braucht es klare Rahmenbedingungen: verständliche Informationen, transparente Abläufe, Rückmeldungen und Erwachsene, die Beteiligung ernst nehmen und begleiten.
Mitbestimmung beginnt im Alltag
Mitbestimmung findet nicht nur in großen Projekten statt. Sie beginnt im Alltag – bei Regeln in der Schule, bei Angeboten im Jugendzentrum oder bei der Gestaltung von Spiel-, Freizeit- und Aufenthaltsräumen. Diese Erfahrungen sind oft der erste Schritt, um sich später auch auf Bezirks-, Stadt- oder sogar europäischer Ebene einzubringen.
Mitbestimmung in Wien
Wien bietet viele Möglichkeiten, Mitbestimmung zu erleben und umzusetzen – in der Schule, im Bezirk, in der ganzen Stadt und über Wien hinaus. Auf den weiteren Seiten findest du konkrete Beispiele, Projekte und Anlaufstellen, die zeigen, wie Mitbestimmung funktioniert und wie junge Menschen selbst aktiv werden können.